Donnerstag, 16. Juli 2026

Westwärts durch die Dolomiten

Das gestrigen Schlechtwetter hat sich verkrümelt und die Sonne strahlt kräftig.
Jetzt erstmal Energie mit regionalem Schinken und Käse sowie diversen Kuchensorten bunkern und dann gehts um 9 Uhr herum in den Anstieg  zum Sella di Rioda welcher gut 400 Höhenmeter über dem Dorf Sauris di Sopra liegt. 
Die "deutschprachige" Ausschilderung erinnert mich weniger an Tiroler Dialekte woher dieser wohl stammen soll sondern irgendwie an Moselfränkisch wie in Luxembourg gesprochen. 
Das Hinweisschild verheißt gutes, der folgende Pass ist auch offen. Die Schneeketten kann ich im Gepäck lassen  :-D
Auch hier hat es, wie gestern nach Sauris di Sopra hinauf, wieder 8 angekündigte Kehren. Wobei die untere Nr. 8 eher eine Schleife denn Kehre ist.
Und so wird heftig am Akku gesaugt. Oben am Pass auf 1800m.ü.M. sind dann die ersten 29% Kapazität verbraten. 
Aber jetzt geht es eh erstmal talwärts wobei es zwischen den drei Pässen Sella di Rioda, Razzo und Ciampigotti immer mal kurze Anstiege oder ebene Abschtte hat. 
Aber ab dem Sella di Ciampigotti geht es dann richtig gut hinab.mit vielen Kehrschleifen die sich nicht vor bekannteren Alpenpässen verstecken müssen. Regrläsdig kommen Renault R4 entgegen die hier wohl eine Route über die Pässe abfahren. Auch eine Art von sportlich mit den spartanisch Kisten. 
Etliche Höhenmeter später und mit vermutlich leicht verschlissener Bremsen wurd auf ca. 1.000m.ü.M Laggio di Cadore erreicht. 
Durch das hübsche Ort geht es weiter runter ins Tal und erstmal auf die relativ stark befahrene SS52 und SS51bis nach Lozzo di Cadore 

Hier ist erstmal weniger Verkehr aber hinter Lozzo geht's bis kurz vor Domegge di Cadore wieder auf die gut genutzte SS51bis. Nicht toll, aber ist auch so. Die Ausschilderung des Radwegs bzw. der Radroute ist eher als rudimentär zu benennen.
Aber allen Widrigkeiten zum Trotz wird auch der Abschnitt überlebt und abseits der Hauptstraße geht es nun durchs Ort. 
Ein kurzes Stück Nebenstraßen folgt bevor es ab Ortsende Vallesella wieder auf die SS51BIS geht.
Aber in Calalzo di Cadora biege ich gleich mal zum Bahnhof ab.
Dort warten sm top sauberen Endbahnhof zwei Dieseltriebwagen der FS auf Gleis 2 und3 auf ihren nächsten Einsatz. Wobei der auf Gleis 3 mit dem Rost an der Seitenfläche schon recht armselig aussieht. 
Einst fuhren hier wohl lautdrm Schild sogar Autoreusezüge hierher. Die Rampe existiert noch, aber das Gleis ist abgebaut. Die Gleisanlagen zeigen such allgemein stark "gerupft".
Vom großzügigen Bahnhofsvorplatz aus fuhren bis 1964 die Züge der als Schmalspurbahn ausgelegten Dolomitenbahn nach Cortina d'Ampezzo (bis 1962 weiter nach Toblach).
Ich warte erstmal dennin gut 40min talwärts nach Belluno ab bevor es auf der nun teils von innerörtlichen Strassen genutzten ehemaligen Bahntrasse Richtung San Vito di Cadore geht.
Die Strassen auf der alten Trasse sind ob ihrer geschwungenen Linienführung gut erkennbar.
Während die SS51 den direkten Weg durch den Berg nimmt gönnte sich die Bahnstrecke einen Schlenker um den Berg und nur einen kurzen Tunnel.
Viele der noch erhaltenen Empfangsgebäude und teils auch Schrankenposten werden derzeit aufwändig saniert oder wurden bereits saniert.
Brim westlichen Rand von Tai di Cadore ist die Wegeführung durch den Neubau der Ortsumgehubg der SS51 beim alten Gäude mittendrin ist nicht ganz klar erkennbar ob es nun abgerissen oder integriert wird. 
Ein wenig später zeigt ein Wandbild eine Reminiszenz an das einstige Bähnchen bevor es weiter nach Valle di Cadore geht. 
Auch hier wiedermal ein kurzer Tunnel bevor rs mit moderater Steigung und weiteren kurzen Tunnels weiter das Tal hinauf geht.
An einer Stelle wurde übrigens eine vollwertige Unterführung für den Radweg gebaut, als Ersatz für den alten Schrankenposten. 
Die Landschaft und Vegetion ist teils eine Mischung aus Alpin und Mediterran.
Stellenweise und nicht wegen der Strassenbauarbeiten ist der Weg in einem relativ schlechten Zustand. Besonders der von der Originaltrasse der Bahn abweichende Abschnitt zwischen Venas di Cadora und Peaio fällt recht negativ und ungepflegt auf. Ausbrüche om Asphalt und abgerutschte Böschungen sind hier leider normal. 
Aber sann wurd der Weg wieder besser.
Vor San Vito di Cadore lege ich eine kleine Pause zum dösen ein da ich gut in der Zeit liege.
Die imposanten Felsen der Dolomiten kommen immer näher. 
Ich fahre mit einem kleinen Schlenker erstmal am Hotel und dem alten Bahnhof von San Vito di Cadore vorbei bevor ich eincheke.
Ab 16:30 gibt es im Preis inklusive ein kleines "Snackbuffet" und ob der nicht gerade preiswerten Übernachtung, selbst in Basel hätte ich dafür 2 und in Weil am Rhein 3 Nächte bekommen, aber ich war froh überhaupt eine Übernachtung zu finden, ohne gleich eine ganze Woche zu buchen zu müssen. 
Das kleine Snackbuffet gefällt und sogar eine Suppe hat es. Also eigentlich kann man sich gut ein 3 Gang Menü zusammenstellen und daher schlage ich mehrmals zu und werde auf externe Gastronomie verzichten. 
Stattdessen fahre ich nochmal durchs Ort um was für heute Abend zum Knabbern und Bier aus den Dolomiten zu holen.
Der Tag klingt dann entspannt auf dem Balkon aus. Und entgegen des Wetterberichts heute auch wieder ohne Regen auf der Etappe. Mal sehen wie lange das noch so anhält.
Zum Abschuss wie gewohnt der Link zur Aufzeichnung bei Komoot der heutigen Etappe auf der letztendlich doch 69 km mit 1.010 Höhenmeter auf- und 1.410 Höhenmeter abwärts zusammen kamen. 
Am Ende der Einkaufsfahrt hatte der Akku noch 18%. Ein gutes Zeichen für die nächsten Etappen. 
Morgen geht's über Cortina d'Ampezzo nach Bruneck.

P. S. Bin eben kurz nach Mitternacht aufgewacht und es hat einen schönen Sternenhimmel, aber irgedwo hinter der Bergen gewittert es.

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