Auch heute morgen sammeln sich rund um das Hotel die Stare und ersetzen den Wecker. Trotzdem starte ich nach gutem Frühstück erst um 10 vor 10.
Das Wetter ist auch brauchbar und so rollt es sich angenehm die Ems abwärts zur
Schleuse Herbrum. Es ist die letzte Schleuse an der Ems, hinter der Schleuse ist die Ems tideabhängig.
Die östliche Schleuse von 1899 wurde 2010 stillgelegt und das Becken versumpft.
Om benachbarten Aschendorf fällt ein ehemaliges Handelshaus auf. Ein Sensengrosshandel, vermutlich der Lieblingsladen des Sensenmanns :-D
Auch die Innenstadt von Aschendorf ist recht ansehlich.
Hinter Aschendorf taucht dann irgendwann die Montagehalle der Meyerwerft in der flachen Landschaft auf. Auf die Entfernung erscheint sie erstmal wie ein etwas grösserer Legehennenstall aber je näher man kommt desto imposanter wird der Bau. Aber trotz seiner Ausmaße ist er für das vor der Halle im Wasser liegenden Mittelteil eines zukünftigen Kreuzfahrtschiff immernoch zu klein, hierfür scheint die Halle zu niedrig zu sein.
Auchvam heutigen Feiertag wird akustisch gut erkennbar auf dem Werksgelände und am Schiffsteil gearbeitet.
Währendessen ist ein ggü. dem Schiffsteil wesentlich kleineres Frachtschiff auf den Weg durch die Ems Richtung Emden.
Ich wechsle aufs linke Ufer der Ems und flott geht's weiter nach Heede.
An der Fotoposition der zwieder aufgebauten (in "nur" 10 Jahren, in der Zeit wurden andernorts ganze Gebirge untertunnelt) Klappbrücke, jetzt als Drehbrücke ausgeführt, musste ich beim Blick in den Online Fahrplan das es heute mit Zügen nichts wird. Der Betrieb beginnt erst am Montag wieder. Die Fahrten diese Woche waren nur Sonderfahrten zur Wiedereröffnung.
Naja, dann etwas umplanen und es auf dem Weg nächste Woche von den Niederlanden nach Emden nochmal versuchen und stattdessen heute nach Ditzum fahren.
Daher geht's nun über die neue Brücke zum rechten Ufer und am Deich entlang Richtung Leer.
Das Streckenstellwerk (Bedienplatz) hat man in den Turm des Brückenwärterturm auf dem linken Ufer eingebaut. Das eigentliche Stellwerk steht auf der rechten Seite der Ems. Es scheint aks wären dessen Stromversorgungsmodule grösser wie das eigentliche Stellwerk.
Am Deich und durchs Flachland rollt es nun bus zur Mündung der Leda in die Ems.
Dann tauchen Sperrschilder auf aber da mehr als genügend Radler entgegenkommen scheint es kein Problem zu sein.
Hinter dem kleinen Weiler Esklum steigt die Strasse zur Bahnstrecke an und dann wird es spannend.
Mo-Fr wird die Bahnbrücke saniert und dann ist Strasse für die Baulogistik gesperrt und der Randweg der Brücke nicht nutzbar.
Auch so ist die Überfahrt recht spannend denn der Randweg ist nicht viel breiter wie Lenker.
Trotz "Radfahrer absteigen" fahre ich langsam rüber da schiebend noch mehr Breite benötigt werden würde.
Fototechnisch ist die Brücke schwer umzusetzen. Zudem stauen sich jetzt hier Radfahrer da tröpelweise Radler die Brücke von Süd nach Nord überqueren und die der Gegenrichtung können erst starten als die Brücke mal kurz frei ist. Denn Ausweichen ist nicht drin.
Weiter dann durchs Hafengebiet von Leer Richtung Altstadt.
Die Altstadt ist recht hübsche und mit noch viel alter Bausubstanz.
Wieder aus Leer heraus geht's über die
Jann-Berghaus-Brücke, welche ohne Aufklappen vin einem flussaufwärts fahrenden Kohleschiff passiert wird, aufs linke Ufer der Ems.
Stets am Deichfuss rolle ich nun Richtung Ditzum. Der Weg führt dabei auch an den Öko Rasenmähern der Deiche vorbei.
Schilder warnen übrigens davor dass gerade bei Regen man besser nucht hier fährt da der Weg von den Schafen recht "beschissen" wird und bei Regen wird die Oberfläche zur Jauchegrube.
Regelmäßig befinden sich Gatter die auf "Viehrosten" umfahren werden können und auch die Wege zur Deichkrone werden fallweise genutzt.
Und so wird nach etwas unter einer Stunde nach Leer das kleine Ort Ditzum erreicht.
Einen Abstellort fürs Rad am Hafen zu finden gestaltet sich schwierig da am Hafen und quer durchs Ort eine Veranstaltung flankieren zum 100. Geburtstag der Fähre Ditzum-Petkum stattfindet und das ist sehr gut besucht.
Nach einer Runde vorbei an den Handwerkskunstbuden sowie Getränke- und Essständen vorbei, beim Sportverein gab es super Kuchen und Kaffeeflatrate, fahre ich noch etwas weiter um an der Mündung der Ems in den Dollart bei Pohum.
Hier bietet suvh ein guter Ausblick auf den Dollart an. In der Ferne sind die Industriegebiete bei Emshaven und auch Emden schemenhaft erkennbar.
Ziel war nach der Rückkehr nach Ditzum die Fähre um 16 Uhr zu nehmen, aber auf Grund des hohen Andrang fährt diese Nonstop und etwas ausser Takt und so erreicht die gesteckt volle Fähre um 15:35 herum Ditzum und schon 10min später geht's auch wieder mit gut gefüllter Fähre über die Ems rüber nach Petkum.
Der Kutter ist tatsächlich 100 Jahre alt und auf das Ding gehen laut Website angeblich 3 Autos. Wobei die entweder vorwärts drauf und rückwärts runter (oder umgekehrt) fahren müssen. Eine Herausforderung für manchen Fahrer und die neumodische Fahrerassistenz läuft dann Amok :-D
Aber mit einem Audi Q3 oder vergleichbar sinnlosen SUV dürfte dann maximal noch ein Polski-Fiat noch mit drauf passen :-P
Wegen des Jubiläums und dem Fest in Ditzum besteht kein Autoverlad heute und morgen. Nur um die 80 bis 90 Leute mit um die 10-20 Fahrrädern dürfen derzeit drauf. Dann ist der alte Kutter auch voll. Vorteil des Jubiläums ist auch die Gratismitfahrt, wobei 3€ mit Rad jetzt auch eher günstig sind.
Kurz vor 16 Uhr wurde dann Petkum erreicht wo mehr Leute am Anleger warteten wie nach Ditzum mitgenommen werden können.
Ich warte noch ab bis die Fähre aus Ditzum zurückkommt und dann gehts durchs Ort Richtung Emden.
Der Weg führt weiter wischen dem Ems-Seitenkanal und der Bahnstrecke wo ein ICE4 auf der Brücke über das Petkumer Sieltief abgebildet wird.
Vorbei am Windpark und neu errichteten Umspannwerk wird alsbald Emden erreicht.
Quer durch Wohngebiete geht's zur Altstadt ubd eine Runde um den alten Hafen gefahren
Besser konnte das Wetter heute wirklich nicht sein und im alten Hafenbecken tummelt sich ein Fotomotiv neben dem anderen.
Auf die Frage wo man das Rad abstellen könnte wurde das Zimmer empfohlen. Dieses ist auch gross genug und so parkiert der Drahtesel zwischen Bett und Fenster.
Vorbei am "Otto-Huus" gehe ich zum Gondeln Adler beim alten Hafenbecken neben dem Rathaus.
Eine sehr gute Wahl wie sich herausstellt.
Eine feine Krabbensuppe bereitet den Appetit für den super zubereiteten
Snirtjebraten mit klasse Bratkartoffeln. Als Nachspeise wähle ich statt Süsszeug einen
Kruiden Kräuterbitter aus Leer.Für einen Brand von Dirker aus dem Kahlgrund der auch auf der Karte steht bin ich nicht nach Emden gefahren. ;-)
Auf dem Weg zum Hotel wurden noch ein paar Fotos der Museumschiffe im alten Hafenbecken gemacht.
Kaum Gegenwind und so gut wie keine Steigungen liesen zum Schluss noch 55% Restakku übrig. Bedeutet beim 825er Akku einen Verbrauch von 371Ah. Der Eigenleistungsanteil an der Kette lag heute bei 63%.
Morgen gehts um 14 Uhr mit der Fähre nach Borkum. Mal sehen wie ich den Vormittag verbringe. Vielleicht mal richtig ausschlafen? Nee, eher nicht.