Etwas Bammel hatte ich vor dieser Etappe. Zwar nur gut 62km geplant, aber 1.500 Meter aufwärts und nur wenige talwärts rollende Abschnitte. Ob das der Akku und ich packt.
Spoiler, ja es hat geklappt und sogar noch für 9 Zusatzkilometer mit zusätzlichen Höhenmetern. Und das wichtigste, ich war noch vor dem Gewitter (wieder) im Hotel.
Aber jetzt erstmal der Reihe nach.
Das Frühstück lässt fast keine Wünsche offen. Das hätte ich jetzt so nicht erwartet.
Gut gestärkt geht's nun erstmal zur nach wenigen zur Station von Moggio an der Neubaustrecke. Auf Google Mapps sindl auf der Brücke die das Val d'Aupa überspannt Bahnsteige erkennbar, auch etwas wie ein Empfangsgebäude, einen Nachweis dass die Station aber jemals in Betrueb war findet sich im Netz aber nicht. Das Gelände ist zudem recht großzügig abgesperrt so dass es keinen Sinn macht mich weitere Höhenmeter zu vergeuden. In Openrailwaymap.org ist die Station als Überleitstelle PC Aupa vermerkt.
Also rolle ich hinunter zur alten Station von Moggio.
Auch heute weht ein stellenweise strammer Wind das Tal hinauf. Aber es rollt ohne Unterstützung tretend noch ganz gut.
In Carnia endet die alte Bahntrasse und statt über die alte Brücke zu führej macht der Radweg einen Schkenker um dann wieder am Bahnhof rauszukommen.
Hier verlasse ich die Pontebbana Linie und auch den Alpe-Adria-Radweg und biege westwärts Richtung Tolmezzo ab um auf Abschnitten entlang der
ehemaligen Bahnstrecke Carnia-Tolmezzo-Villa Santina mich in den Anteil des Friaul an den östlichen Dolomiten zu wagen.
Die Bahnstrecke wurde 1960 im Personen- und 1968 im Güterverkehr eingestellt, jedoch von 1990 bis 2000 wieder als Anschlussbahn ins Industriegebiet von Tolmezzo bedient.
Mitlerweile sind die Abschlussweichen in Carnia gekappt und die Strecke stark zugewuchert.
Da die Brücke der SS52 derzeit gesperrt ist wird es auf der schmalern parallel liegenden Strassenbrücke der Nebenlinie, mit der auch die Bahnlinie das Tal überquerte, recht eng. Aber die Auto- und LKW fahrer sind geduldig bzw. halten gut Abstand.
Auf der anderen Seite angekommen wird die Bahn unter der Autobahnbrücke unterquert und in das Tal des Tagliamento eingebogen.
Der Radweg ust miserabel ausgeschildert aber dafür sind die Orte um so hübscher.
Auf circa halben Weg von Amaro nach Tolmezzo taucht dann wieder die Bahn aus dem Gemüse auf und quert die Nebenstrasse. Sämtliche Sicherungsanlagen sind mitlerweile abgebaut, die Pläne einer Museumsbahn aus den frühen 2000er Jahren haben sich definitiv zerschlagen.
Am folgenden Strassentunnel (die Bahnlinie liegt rechts oberhalb) ist mit der Rostbraunen Stahlplatte links oberhalb des Portals etwas zu erkennen was ich in CH mit "Dinge die man nicht sieht" betiteln würde. Bereits gestern war mindestens eine sehr auffällig unauffällige ehemalige Wehrstellung an der Strecke erkennbar.
Und dann die Überraschung. Ein frisch saniertes Viadukt der Bahnstrecke. Am folgenden ehemaligen Bahnübergang ist der Grund zu erkennen. Die Bahnstrecke wird nun wohl "Verradwegt". Wobei das derzeitige Ausbauende Richtung Carnia wohl irgendwo im Nirgedwo enden muss da zwischen dem vorherigen Bahnübergang und hier keinerlei Vernindung zur Strasse besteht.
Der Weg ist gesperrt, wird aber von Einheimischen schon gut genutzt. Ich biege aver erst am nächsten nicht versperren Zugang beim Haus einer vermutetlich ehemaligen Blockstelle suf den neuen Radweg ein ubd wie fast zu erwarten ist er an der nächsten Strassenkreuzung abgesperrt, was aber gut umfahren werden kann. Bautätigkeit ist zudem keine erkennbar.
So plötzlich wie er begann Ende der Radweg am östlichen Ortsrand von Tolmezzo wieder. Ein paar Gleise der hier gelegen Gütergleisanlage zur Anbindung mit Kopf machen des Papierwerks sind noch erkennbar. Danach muss man auf die Strasse ausweichen und kurz nach dem Kreisel geht's auf der alten Bahntrasse wieder durchs Ort. Alles erscheint irgendwie ohne Konzept.
Auf der Brücke geht's vom westlichen Ortsrand rüber über den wenig Wasser führenden Torrente But. Laut Openrailwaymap.org war die Bahn auch über die Brücke geführt.
Der Radweg verässt hinter der Brücke aber die Strasse und führt an der Eindeichung am Fluss entlang.
Danach wird wieder ins Tal des Tagliamento abgebogen und mal mehr und mal weniger gut ausgebaut sowie auf teils kuden Wegeführungen gehts nach Villa Santina. Laut Wikipedia stünde der Abschnitt Tolmezzo - Villa Santina der Bahnstrecke angeblich seit 2000 unter Denkmalschutz. Die Frage ist nur, was ist da noch vorhanden, ausser dem einen Gleisrest im Bahnübergang war nichts zu erkennen. Die Strecke scheint eh großteils im Ausbau der Strasse aufgegangen sowie stellenweise überbaut zu sein.
In Villa Santina biege ich zum Supermarkt ab um Getränke für den Anstieg aufzunehmen und verpeile dabei dass ich keine 100m am ehemaligen Bahnhof mit der dortigen Denkmallok vorbei fuhr. Egal, gibt schlimmeres. Damit heute definitiv keine Fotos von Bahnhfahrzeugen :-D
Es geht wieder über eine recht lange Brücke und nach einer Feldweg Zickzack Fahrt statt Hauptstrasse wird Socchieve erreicht.
Hinter Socchieve warnt dann das Schild vor 20% Steigung. Na danke auch. Der vorherige Weg mit nur 7% Steigung führt leider zur Hauptstraße ohne Radweg, das will ich nicht freiwillig fahren.
Aber 20%, famit will ich den Bock auch nicht im kleinsten Gang schinden. Dann lieber mit Schiebehilfe hochschieben.
Der Stutz ist auch nicht allzulange. Ab dem Parkplatz unterhalb der Kirche geht's schon wieder bergab. Zum letzten mal für die nächsten gut 20km.
Ab Mediis beginnt dann der Anstieg. Zunächst wurde nach einigen Kehren Ampezzo erreicht, wie Ampezzo? Ja, aber ohne Cortina, denn das wird erst übermorgen erreicht.
Die Stützpunkte der Strassenmeisterei haben irgedwie Ähnlichkeit mit Bahngebäuden. Kann aber auch mit der Beschriftung zu tun haben.
In Ampezzo wird dann auf die Nebenstrecke zum Stausee von Sauris übergegangen, denn dieser führt nicht über den Pass und spart damit mehrere hundert Höhenmeter.
Und so geht's stetig ansteigend weiter, ab und an ist der Tour+ Modus nicht mehr stark gebug so dass eMTB bzw. der Modus Turbo auch mal heftig an der Batterie saugen dürfen. Aber nir so lange wie wirklich dringend nötig.
Auf dem Weg hinauf liegen etliche Galerien und Tunnel wobei in den Tunneln die Strasse stets gepflastert ist.
Mit einer gut 105m hohen Brücke schwingt sich die Strasse dann auf die andere Talseite. Die an der Brücke angebrachten Blumen dürften eher kein Schmuck sein sondern Gedenken an Keute sein die die Brücke nicht gänzlich überquert haben.
Ubd weiter durch die Tunnels und die schmale aber tiefe Schlucht hinauf zum Staudamm.
Vor dem letzten Tunnel warnt ein Schild vor der fehlenden Beleuchtung, der Tunnel ist dann aber der mit Abstand am besten ausgeleuchtete auf der Gesamtstrecke.
Der Wasserpegel am See ist sehr niedrig. Auch hier mangelt es wohl an Niederschlag.
Die Staumauer ist 136m hoch und es ist schwierig diese als Ganzes zu erfassen.
Auf der anderen Seite der Staumauer kommt die andere nicht gewählte Strasse über den Monte Pura Pass ebenfalls direkt an der Staumauer aus einem Tunnel.
So, lange genug in die Sonne geblinzelt, weiter geht's zum Endspurt nach Sauris.
Moderat steigt es am See entlang an und dann gehts teils mit Jahren hinauf nach Sauris di Sotto (zu deutsch "Unter Sauris").
Zwischen den unteren und oberen Häusern der kleinen Gemeinde geht's auch recht steil hinauf.
Da im Hotel der CheckIn erst ab 15 Uhr (es wird später werden) mögluch ist lege ich im Kursaal eine Rast ein. Irgedwie bin ich dieses Jahr recht früh an den Zielen, vielleicht rollt das Rad besser? Dürfte heute auch an der fehlenden "ach noch ein Zug abwarten" Option liegen.
Der Wespe gefällt der Puderzucker vom Apfelstrudel, wobei sie nie richtig im Teller aufsetzt sondern regelrecht im Schwebemodus bleibt. ;-)
Die Beschneiinfsanlage dürfte heute nicht funktionieren genauso wie der Skilift. Na dann heute nicht mit dem Skifahren anfangen.
Gut gestärkt gehts aus Sauris di Sotto raus und nach nachgezählt acht Kehren ist der Ortsteil Sauris di Sopra erreicht. Neben italienisch wird hier auch eine Art Deutsch gesprochen. Darin nennt sich das Ort dann Zahre.
Durch das aus hübsch renovierten alten Häusern bestehenden Ort gehts zum Hotel Neider, dem heutigen Übernachtungsort.
Hui, geradezu frostige 24 °C zeigt der Thermometer am Nachbarhaus an.
Mit dem CheckIn um kurz nach 15 Uhr wird es nichts. Der Eingang ist zu und die Klingel bimmelt eohl irgendwo im Nirwana.
Aber irgedwann ist Leben im Gebäude erkennbar und ohne Klingel klappt es mit Winken am Fenster der Gaststube.
Das Zimmer ist großzügig aber recht knapp mit Steckdosen ausgestattet. Was aber auch das einzige Manko ist.
Hier in "Ober Zahern", korrekt im Dialekt "Ouberzahre" wird sogar Bier gebraut. Im Kursaal hatte ich es nur "gepanscht" als Radler genossen. Es scheint aber zu taugen. Leider macht das Geschäft erst übermorgen wieder auf. Daher rolle ich an der Kirche vorbei über recht steile Wegeabschnitte, zumindest bis ich wieder die Strasse erreiche, nach Sauris di Sotto zum dortigen Dorfladen.
Bei der Ankunft hatte der 800er Akku noch 13% Restkapaziät. Da ich mit mit 18% in Sauris di Sotto weggefahren bin schnalle ich den kleinen Zusatzakku an. Mit nun ca. 34% sollte die Besorgungsfahrt kein Problem sein.
Derweil zieht es sich langsam zu, aber das Hotel und die wertvolle Fracht der vier Biersorten wird rechtzeitig vor dem Gewitter erreicht. Das Fahrrad parkt heute draussen und bekomnt simit erstmals eine Vollwäsche.
Das Bier soll gekühlt gelagert werden laut Brauerei da unfiltriert usw.
Na dann gehn die interessanten 0,33er Flaschen nicht in die Mitbringsel Rubrik sondern beim Tagesbericht schreiben in die Verkostung.
Also nicht wundern wenn der Text immer verschwommener wird.
Kurz nach 17 Uhr zieht das Gewitter ins Tal rein. Ein Blitz kann sogar via Videoaufnahne und Standbild abgelichtet werden. Es schüttet wie aus kübeln.
Dann noch Duschen und zum Abendessen was sehr schmackhaft war, besonders die geschmorten Schweinebäckchen waren ein Traum.
Hier mal etwas Statistik von Komoot (oben links) und der Bosch FlowApp (rechts). Heute leistete mal der Motor 51% der Leistung. Sonst bin ich es der den Haupanteil strampelt.
Das kurze aber heftige Gewitter war eindrucksvoll, aber nur ein kleines Gebiet im Vergleich zu dem was zeitgleich rund um Bologna los war.
Achja, die vier Sorten waren richtig gut. Keine Crafbierplörre die nach einem schlechten Weizenbier schmeckt sondern individuell und klar. So das rauchige Dunkle, das Interesssnte Rose und das für ein Pils etwas zu milde seiende Bier. Aber in der Gesamtheit sehr okay. Nur das Hanfbier hätte ich mir sparen können. "Befor I get high" :-D
Morgen gehts dann rüber bis vor Cortina d'Ampezzo in den zentralen Dolomiten.