Mittwoch, 15. Juli 2026

Hinauf in die Friaulschen Dolomiten

Etwas Bammel hatte ich vor dieser Etappe. Zwar nur gut 62km geplant, aber 1.500 Meter aufwärts ubd nur wenige talwärts rollende Abschnitte. Ob das der Akku und ich packt.
Spoiler, ja es hat geklappt und sogar noch für 9 Zusatzkilometer mit zusätzlichen Höhenmetern. Und das wichtigste, ich war noch vor dem Gewitter (wieder) im Hotel.
Aber jetzt erstmal der Reihe nach. 
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Morgen gehts dann rüber bis vor Cortina d'Ampezzo in den zentralen Dolomiten. 

Dienstag, 14. Juli 2026

Weiter nach Italien zur Pontebbana


Heute ging es weiter westwärts nach Italien, auf die alte Pontebbana Strecke . Aber erstmal der Reihe nach.
Nach einer abermals geruhsamem Nacht, es kühlt hier nachts doch gut ab und einem guten Frühstück starte ich um 9 Uhr in Richtung Italien. 
Oha, hier hat es noch Telefonzellen? Der zuten Fliegen usw. nach scheint der Fernsprecher aber eher sehr selten genutzt zu sein.
Ohne die stationäre Fernsprechanlage zu nutzen gehts runter ins Tal zur Geil, einem Seitenfluss der Drau.
Toll wenn dann die Brücke des Alpe-Adria-Radweg rüber zum Verschubbahnhof gesperrt ist. Dann halt wieder 3km zurück und an der Hauptstraße entlang weiter.
Bei Hart überrascht ein "Weihnachtsbaum" aus alten Pfannen.
Mit einem Höhenabsatz Schlenker über Neuhaus, wo ich bei intakter Brücke auch rausgekommen wäre, geht's nach Arnoldstein. 
Hier fülle ich nochmal die Getränkevorräte auf bevir es zur Staatsgrenze Österreich-Italien weiter geht. Eisenbahnmotive sind hier eher die Ausnahme, bzw. wenn kommt nichts zeitnah. 
Die italienischen Zöllner zeigen Präsenz, der Radweg biegt aber in der alten Zollstation bereits ab und dann geht es kurz aber sehr stramm den Berg hoch.
Kurz danach wird eine alte Sperrstelle passiert. Die leeren Stacheldrahttrommeln sind in der Hütte noch vorhanden.
Kurz hinter Coccau di Sotto kommt die alte Trasse der Pontebbana in den Blick. Aber zunächst verläuft der Radweg auf der alten Landstraße um den Berg herum.
Aber am anderen Ende des Tunnels wechselt der Radweg dann auf die alte, durch die schneller befahrbare und zum Großteil im Tunnel verlaufende neue Strecke, obsolete Bahntrasse.
Im einst sehr umfangreichen Bahnhofsgelände von Tarvisio Centrale zeugen nich ein paar Relikte wie das Empfangsgebäude mit Bahnsteig oder rin Lichtmast vom einst geschäfigen Treiben.
Im Bereich vor der nicht mehr sehr vertrauenserweckend aussehenden und ins Nichts führenden Fußgängerbrücke mündete bus 1967 die Strecke aus dem Slowenischen Jesenice ein. Einen Abstecher auf die Talbrücke der Strecke rüber auf die andere Talseite, wo heute der neue Bahnhof Tarvisio-Boscoverde liegt, habe ich irgendwie verpeilt.
Weiter gehts immernoch leicht ansteigend zum eigentlichen Ort Tarvis das auch einen kleinen Bahnhof hatte und ins Nachbarort Camporossa.
Irgendwie wundern mich die diversen Skilifte hier etwas, immerhin liegt man hier nur etwas über 700m.ü.M.
Camporosso verfügte wie Tarvisio Centrale über umfangreiche Gleisanlagen und zudem ein Gleichrichterwerk das heute eher verlassen am Rand des ehemaligen Bahnhofsgelände steht.
An der Zählstelle unter der Autobahnbrücke neben der Seilbahn ist dann der Scheitelpunkt überwunden. Von nunan gings berab. Aber zeitweise bläst ein strammer Wind das Tal hinauf was trotz 2-3% Gefälle unterstützendes Treten nötig macht.
Kurz hinter dem kleinen Ststionsgebäude von Valbruna (das Ort liegt gut 1,5km entfernt) kommt die neue Bahnstrecke aus dem Tunnel und hat den mehrgleisigen Bahnhof Ugovizza-Valbruna bekommen. Eine Rangierlok wartet derweil mit ihrem Belüftungwagen auf den nächsten Einsatz.
Mit gerademal sechs haltenden Zügen zwischen 6 und 20 Uhr hält sich der Andrang mit gerade mal zwei Autos auf dem üppigen Parkplatzareal sehr in Grenzen. Das Empfangsgebäude ist verschlossen, Zugang zum Bahnsteig gibt's nur über die Seiteneingänge.
Eine einzel fahrende Traxx2 Lok wird derweil von einem RailJet Richtung Udine überholt.
Auf der alten Trasse geht's nun weiter zum ehemaligen Bahnhof von Ugovizza der zu einer gut besuchten Radlerrast wurde.
Und so rollt es sich weiter talwärts.
Auf den Hekometertafeln hat man etwas römisches konserviert. Die Hektometer sind in römischen Ziffern angegeben. 
Und jetzt kommen auch die ersten von etlichen weiteren Tunnels die hier im Abschnitt öfter aber eher zum Schutz vor Lawunen errichtet wurden.
Und mit noch mehr Tunneln und Landschaft rollt/fährt es sich weiter talwärts.
Immer mal wieder unterquert die Strecke die "hübsche" Autobahn und nach der Station San Leopoldo wird Pontebba erreicht.
Der Bahnhof ist der einzige der bei der Neutrassierung an der alten Stelle bestehen blieb, wenn auch angepasst und verkleinert, so dass durchs Ort auf der Ortsstrasse weitergefahren wird.
Am südlichen Ortsende geht es dann stramm hinauf auf Streckenniveau.
Die Lok aus Ugovizza-Valbruna fährt gerade aus Richtung Udine, ich nehme die links daneben liegende Röhre der alten Strecke zur Weiterfahrt.
In zwei der folgebden Tunnels ist die Beleuchtung ausgefallen und prompt konnte ich in beiden Röhren mehr und weniger gravierenden Stürze beobachteb, da auch teils nicht bis zur Tunnelwand getert ist. 
Andererseits kann ich auch nicht verstehen dass gerade Radreisegruppen teils ohne (eingeschaltete) Radbeleuchtubn dann im Affenzahn durch die Dunkelheit heizen.
Immer blieb ich unbeschadet und erste Hilfe wurde dankend abgelehnt.
Etwas unterhalb der tückischen Tunnels wechselt die alte Trasse aufs linke Ufer und ich wittere die Chance einen Zug auf der in 2000 eröffneten neuen Trasse auf der kurzen Brücke zwischen den Tunnels zu erwischen. 
Der erste Versuch ear wie gewohnt. Ksim schaltet die Kamera ab, kam ein ÖBB Cargo Zug vorbei.
Dann halt warten bis zum nächsten RailJet, wobei kurz vorher noch ein italienischer Güterzug die Stecke hoch fuhr. 
Der kudeste Zug der Strecke dürfte der REX1813/D1821 von Villach nach Udine sein. Dieser hält auf allen Zwischenstationen (soviel zu REX bzw. gar D-Zug) und kommt um 10:15 in Treviso-Boscoverde an, fährt aber erst 1,5h später um 11:45 weiter. Muss man nicht verstehen...
Ich rolle nach dem längeren Fotostop von knapp 1h weiter und genieße die Aussicht auf das Ort Dogna auf der einen Seite der relativ neuen Brücke...
... als auch ins Tal der Dogna.mit dem Brückenbeubau hatte man scheinbar auch den Bahnhof von der Berg auf die Talseite der Brücke verlegt. 
Das Etappenziel rückt näher, das Navi ist nurnoch knapp Zweistellig bei den Restkilometern und Chiusaforte wird erreicht.
Hier lege ich mal eine Rast bei einem Radler aus Bad Reichenhall *sick* ibd einem Panna "Speck" ein. Es zieht sich weiter zu und erster Donner ist zu hören. 
Also wird das Gepäck wetterfest gemacht und da das Regenradar nur einen Gewitterazsläufer hier anzeigt mache ich auf Prinzip Hoffnung und fahre weiter.
Kurz vor dem Abzweig wo ich die Bahnstrecke für die Weitefahrt nach Moggio verlassen fängt es aber richtig an zu regnen und ich überquere erstmal doch die Bahnbrücke und warte am talseitigen Tunnelportal geschützt den Regen ab.
Und siehe da, nach dem Regen kommt sogar die Sonne durch.
Das machte die Entscheidung weiter auf dem Bahnradweg und dann rüber nach Moggio oder auf der rechten Talseite hoch über die kleinen Weiler doch einfach und es hat sich auch gelohnt.
Nur der Akku litt. War er in Chiusaforte mit gut 75km Fahrstrecke noch gut 50% voll zuckelten die kleinen aber strammen Rampen doch gut an ihm. So waren es sann am Ziel mit 85km nurnoch 39% Restkapazität.
Aber für die Ausblicke hat es sich definitiv gelohnt hier nochmal hochzustrampeln.
Die rostige Brücke sm Ortseingang von Moggio erscheint für die kleine Strasse recht überdimensioniert. Aber da der Italiener die Farbe Rost wihl mag braucht es wohl etwas Materialreserve.
Durch die engen Gassen wird dann die Übernachtung im "Locanda San Gallo" erreicht.
Hier wiedermal der "Logis Feance" Effekt. Einfaches, teils etwas improvisiertes Zimmer (die Dusche und Klo ist hinter der oben offenen Wand) aber ein super Essen.
Im Fersehen läuft derweil Plattfuss in Afrika. Ganz ehrlich, ich finde die deutsche Synchronstimmen passen wegen ihrer "Brummbärart" zu Bud Spencer irgendwie besser wie seine Originalstimme.
Birra Moretti scheint man hier nicht zu mögen, es gibt was aus Aying bei München  :-D
Die Terrasse hat ein interessantes Dach sus Buschbohnen und ab und zu tropft es dann noch etwas aus diesen herunter. 
Morgen gibt's eine der kürzesten Etappen, aber mit gut Höhenmeter zu bewältigen. Schaumermal, auch was Petrus vor hat. Aktuell regnet es sich seit 21 Uhr ein.

Montag, 13. Juli 2026

Westwärts durch Kärnten - Drautal intensiv

Nach einer geruhsamem Nacht bei angenehmen Temperaturen ging es heute westwärts und teils der Drau entlang durch Kärnten Richtung Villach. Auch wenn ich nicht nach Villach fuhr.
Der Sonnenaufgang weckt die Lebensgeister, da es aber erst ab 8 Uhr Frühstück gibt ist noch Zeit den Tagesbericht von gestern fertig zu stellen. 
Um kurz vor 9 Uhr geht's dann erstmal am See entlang zum namensgebenden Pirkdorf und weiter in Richtung Globasnitz mit seinem etwas sehr eingewillien "Schloss".
Durch eine an das Allgäu erinnernde Landschaft geht es weiter westwärts und stets etwas auf und ab Richtung Drautal.
Ins Drautal geht's erstmal steil bergab. Die Sonne meint es bei über 26°C gut, keine Wolke am Himmel und eine super Landschaft. Was will man mehr.
Als nächstes wird das Sperrwerk Annabrücke erreicht das mit 25m Stauhöhe das höchste der österreichischen Drau ist.
Der Radweg wechsel auf der Staustufe die Flussseite. Wobei...wo fliesst die Drau eigentlich? Sie geht wie in Slowenien von einer Staustufe in die nächste über.
Der Weg über das Stauwerk ist nur von Anfang Mai bis Ende Oktober zur Überquerung geöffnet. 
Wie auch die folgenden Staustufen besitzt die Staustufe Annabrücke nicht eine das komplette Tal abschließende Sperrmauer sondern nur für ca. der Hälfte der Talbreite. Daher gibt es stets auf einer Seite einen Damm entlang des Sees.
Bei Rottenstein wird wieder auf die rechte Talseite zurückgewechselt, auch der Längsdamm wechselt hier die Seite. Unter der Ampel warnt das Schild davor die Seitlichen Flügel der Brücke zu befahren, da diese abbrechen könnten. Na dann lass ich mal die Autos und LKW vor und fahre brav in der Mitte ;-)
Das Ufer wird sicher erreicht und auf dem Damm rollt es entspannt stets Flussaufwärts. Aber damit es nicht langweilig wird nacht der Radweg auch mal einen Schlenker, wie hier z. B. durch Glainach. 
Und dann wird die nächste Staustufe Ferlach Maria-Rain erreicht die wieder erklettert wird, aber ohne Seitenwechsel.
Eigentlich wollte ich einen Zug auf der Bahnbrücke bei Weizelsdorf ablichten, aber nachdem ich zuvor auf der anderen Flussseite an einem Viadukt Bauarbeiten entdecke und dort ein Zwriwegebagger erschien vermutete ich schon eine grössere Baustelle und ja, es verkehrt Schienenersatzverkehr ab/bis Weizelsdorf. +[oo]+ *mist* wieder nix mit Zügen im Drautal. :-(
Mit dem Bau des Stauwerks versank die Bahnbrücke welche die Strecke aus Klagenfurt nach Weizelsdorf Bahnhof über die Drau führt fast im Wasser und steht nur knapp über dem Wasserpegel.
Auch hier wird gearbeitet indem wohl eine Betonsanierung der Pfeilerköpfe vorbereitet wird.
Die S-Bahn aus Klagenfurt endet im mehrere Kilometer außerhalb von Weizelsdorf liegenden Bahnhof, der ortsnahe Haltepunkt wird nicht angedient. Seit Ende 2025 ist die weiterführende Strecke nach Rosenbach wegen Brückenschäden auf der Rosentalbahn gesperrt was auch das Ende des Museumsverkehr bedeutete. 
Die Museumsbahn verkehrt daher nurnoch ab Gleis 2 nach Ferlach ins dortige Technikmuseum.
Während die S-Bahn im ÖBB Teil des Bahnhofs per Lichtsignal mit ETCS Balisen gesichert wird arbeitet im Teil der Museumsbahn noch ein mechanisches Stellwerk.
Jetzt aber erst wieder zurück zum Stauwehr und wieder auf dem Seitendamm entlang.
Bei St. Oswald läd die Buschenwirtschaft Radlerrast zum verweilen ein. Der Apfelkuchen und der gespritzte Most war den Stopp definitiv wert.
Danach wieder weiter, mal näher mal weiter weg von der Drau. Unter anderem mit Blick auf eine der für die Stilllegung verantwortliche Brücke der Bahnstrecke.
Aber schon bald geht's von der Drau ganz weg und hinauf Richtung Autobahn ind zum heutige 'Routenhöhepunkt" bei Pirk.
Von nunan gings bergab. ;-)
Relativ Eben geht es danach weiter Richtung Faaker See bei dem bei einem Wetter wie heute Hochbetrieb herrscht. Kaum einer der dortigen Campingplätze der nicht "Ausgebucht" an der Zufahrt anzeigt. 
Beim Haltepunkt Finkenstein der relativ ausserhalb des namensgebenden Ort liegt eilt dann ein EC Richtung Karawankentunnel.
Noch etwas talwärts und dann wieder hoch ind das Hotel Zöller in Gasselsdorf ist erreicht.
Nach dem CheckIn fahre ich noch nach Finkenstein um im Billa Getränke zu bunkern. 
Nach der Rückkehr ist erstmal Duschen angesagt, eine Wohltat bei mitlerweile etwas über 30°C.
Ich habe auch hier eine Halbpension, darf aber frei in der Karte wählen. Auch ganz schön und so findet neben den guten Bieren der Villacher Brauerei eine Fritatensuppe, das Alpe-Adri-Cordon-Bleu und ein Apfeltraum den Weg zum Magen   ;-)
Hmm, unter dem Zifferblatt liegt eine Solarzelle, aber die Sonne hält die Uhr doch gut vom Handgelenk ab.
Heute mal der Blick vom Zimmer aus, aber ohne Sonnenuntergang. 
Zum Schluss kam knapp nicht 100km zusammen mit 710 Höhenmeter aufwärts zusammen.

Morgen geht's durch die Pontebbatrasse nach Italien. Leider soll es auch regnen. Aber erstmal abwarten. 

Sonntag, 12. Juli 2026

Über den Radelpass ins Drautal

Leider hat Jetpack bzw. WordPress ein Problem im Zugriff auf den Blog unter schienentouren.ralf-gunkel.de, daher erfolgt der Tagesbericht der Sommerradtour 2026 vorerst wieder hier im Google Blog. 

Der Tag beginnt wolkenlos und kurz nach 9 Uhr starte ich in Richtung Wies-Eibiswald. 
Kurz vor Gasselsdorf quere ich die ehemalige Sulmtalbahn weche bis 1967 die Wieserbahn mit Leinnitz verband. Bis Gleinstetten besteht sie noch als Anschlussbahn, der Bewuchs und eine Absperrung auf der benachbarten Brücke deuten aber darauf hin das hier nichts mehr fährt.
Hinter Pölfing-Brunn wird dann der Zug nach Graz abgefangen bevor der in St. Martin kreuzende Gegenzug dann im Haltepunkt Wies Markt erwischt wird.
In Wies-Eibiswald, wobei Eibiswald ein paar Kilometer und Höhenmeter weiter südlich vom Bahnhof liegt, wird dann umgesetzt. Dafür steht extra ein Rangiermitarbeiter parat.
Mehrere Dosto-Garnituren warten om Bahnhof derweil auf ihren nächsten Einsatz ab Montag wenn zwischen 3:48 und 8:48 sogar halbstündig nach Graz gefahren wird. 
Der Radweg führt abseits der Hauptstraße nun in südliche Richtung nach Eibiswald, wobei er aber auch einen Umweg über den Berg mit verlorenen Höhenmetern nimmt.
Und so geht's nach Eibiswald wieder runter bevor der Einstieg zum Radelpass beginnt.
Mit 650m.ü.M. ist er nicht gerade spektakulär hoch, eher einer Fahrt auf die heimische Neunkircher Höhe vergleichbar, aber es geht trotzdem in Serpentinen gut knackig bergauf.
Oben auf dem Pass befinden sich auch die ehemaligen Grenz- und Zollstationen auf österreichischer und slowenischer Seite des Passes. Heute sind die Gebäude ungenutzt bzw. dienen Billigshops und einer Gaststätte. 
Und was es zuvor hinauf ging, geht's nun wieder hinunter ins Tal der Drau.
Der Auto- und Motorradverkehr hält sich zum Glück sehr in Grenzen. 
Nun folgt der Radweg flussaufwärts der Drau, welche von einer Staustufe zur nächsten eigentlich keinen einzigen frei fließenden Abschnitt mehr hat.
In Vuzenica wurde auf das südliche / rechte Flussufer gewechselt, auf dem auch die Bahnstrecke von Maribor nach Dravograd und weiter nach Bleiburg verläuft.
Leider ist der landschaftlich schönste Abschnitt zwischen Ruṣ̌e und Dravograd bzw. weiter nach Bleiburg selbst werktags nur schwach befahren und ich hatte nicht auf dem Schirm dass wie heute am Sonntag wochenends kein Verkehr stattfindet.
Interessant finde ich dass das alte mechanische Einfahrsignal weiter neben dem relativ neuen Lichtsignal stehen blieb (auf der Gegenseite übrigens auch), die Drahtzugleitungen aber entfernt wurden.
Etwas hinter Vuzenica klettert der Radweg wieder etwas den Hang hoch und verläuft mit stetem Auf und Ab recht weit oberhalb der Bahn und des Flusses.
Erst am recht verlassen daliegenden aber doch geoflegten Bahnhof von Dravograd wird der Talboden wieder erreicht und die Flussseite gewechselt.
Einst war Dravograd ein Bahnkoten, kreuzte hier doch die Lavanttalbahn aus Celje nach Lavamünd und St. Paul die Drautalbahn.
Der Abschnitt nach Lavamünd und St. Paul wurde 1965 obsolet als durch die direkte Strecke von Bleiburg nach St. Paul und Wolfsberg der Korridorverkehr durchs heutige Slowenien nicht mehr erforderlich war.
Schon bald hinter Dravograd wird wieder Österreich erreicht und in Lavamünd abermal die Talseite gewechselt. 
Und von nunan gings bergauf, wie schon im Drautal vor Dravograd verläuft ab hier die Strasse auf einem Höhenabsatz oberhalb des Tals.
Etwas sehr eigenartig mutet dabei das kurz vor Neuhaus gelegene Museum Liaunig mit seiner strengen Betonarchitektur an.
Aber eine gute Gelegenheit für eine Rast mit Lavamünder Bier und einem Eiskaffee.
Auf und ab sowie zumeist nebrn der Bundesstraße her überrascht dann doch eine Hängebrücke die bei St. Luzia ein das Feistritztal spektakulär überspannt. Radfahrer bitte das Rad schieben, aus Gründen  ;-)
Kurz danach wird dann die Bahnbrücke erreicht welche sich hoch über das Tal der Drau spannt. Sie wurde eingleisig im Zuge des Streckenneubau zur Umgehung des Korridorverkehrs zwischen Bleiburg und St. Paul im Lavanttal 1965 in Betrieb genommen. Im Zuge des Ausbaus für die Koralmbahn wurde sie dann zweigleisig ausgebaut. Leider mit sehr üppigen Lärmschutzwänden so dass dem Fahrgast der spektakuläre Talblick verwehrt bleibt. LSW aus Glas wären hier eine schöne Option. 
Dafür kann man aks Radfahrer oder Wanderer die Ausblicke im "Untergeschoss" der Jauntalbrücke sehr genießen. 
Aber für ein Foto mit Brücke, Drau und Zug, dafür würde jetzt eine Fotohornisse/Drohne benötigt.
Auf dem Weg nach Bleiburg lege ich hinter dem Dorf Aich mit seiner interessanten Kirche mit Holzturm noch einen Schlenker zur Station Wiederndorf-Aich ein.
Dort fädelt die Bahnstrecke der Jauntalbahn aus Bleiburg in die neu trassierte Koralmbahn ein. Da mit der Umtrassierung das Örtchen Aich seinen Haltepunkt verlor wurde hier, aber sowohl für Aich als auch Wiederndorf, eine sehr abgelegene neue Station errichtet.
Die S-Bahn nach Wolfsberg muss hier erstmal die RailJet Version der CD vorbeilassen.
Jetzt geht's zum Endspurt nach Bleiburg mit einem Schlenker durch die hübsche aber doch sehr tot daherkommende Altstadt. 
Endspurt nach Feistritzu und zur Übernachtung am Pirkdorfer See.
Hier gibt es Übernachtungsmöglichkeiten vom Zeltplatz über Wohnwagen/Wohnmobil, "Glamping" bus hin zu konventionellen Hotelzimmern.
Auch hier hat es Halbpension als Option und so lasse ich bei Speiss und Trank den Tag auf der Terasse ausklingen. 
Soweit ein schöner Tag, bis ich beginnen wollte den Tagesbericht zu schreiben. Naja, egal. Eine Ersatzmöglichkeit wurde ja gefunden. 

Und der obligatorische Link zu Komoot, mit noch mehr Bildern. Knapp 95km mit 1.100m aufwärtssind es dann doch geworden.