Leider hat Jetpack bzw. WordPress ein Problem im Zugriff auf den Blog unter schienentouren.ralf-gunkel.de, daher erfolgt der Tagesbericht der Sommerradtour 2026 vorerst wieder hier im Google Blog.
Der Tag beginnt wolkenlos und kurz nach 9 Uhr starte ich in Richtung Wies-Eibiswald.
Kurz vor Gasselsdorf quere ich die ehemalige
Sulmtalbahn weche bis 1967 die
Wieserbahn mit Leinnitz verband. Bis Gleinstetten besteht sie noch als Anschlussbahn, der Bewuchs und eine Absperrung auf der benachbarten Brücke deuten aber darauf hin das hier nichts mehr fährt.
Hinter Pölfing-Brunn wird dann der Zug nach Graz abgefangen bevor der in St. Martin kreuzende Gegenzug dann im Haltepunkt Wies Markt erwischt wird.
In Wies-Eibiswald, wobei Eibiswald ein paar Kilometer und Höhenmeter weiter südlich vom Bahnhof liegt, wird dann umgesetzt. Dafür steht extra ein Rangiermitarbeiter parat.
Mehrere Dosto-Garnituren warten om Bahnhof derweil auf ihren nächsten Einsatz ab Montag wenn zwischen 3:48 und 8:48 sogar halbstündig nach Graz gefahren wird.
Der Radweg führt abseits der Hauptstraße nun in südliche Richtung nach Eibiswald, wobei er aber auch einen Umweg über den Berg mit verlorenen Höhenmetern nimmt.
Und so geht's nach Eibiswald wieder runter bevor der Einstieg zum Radelpass beginnt.
Mit 650m.ü.M. ist er nicht gerade spektakulär hoch, eher einer Fahrt auf die heimische Neunkircher Höhe vergleichbar, aber es geht trotzdem in Serpentinen gut knackig bergauf.
Oben auf dem Pass befinden sich auch die ehemaligen Grenz- und Zollstationen auf österreichischer und slowenischer Seite des Passes. Heute sind die Gebäude ungenutzt bzw. dienen Billigshops und einer Gaststätte.
Und was es zuvor hinauf ging, geht's nun wieder hinunter ins Tal der Drau.
Der Auto- und Motorradverkehr hält sich zum Glück sehr in Grenzen.
Nun folgt der Radweg flussaufwärts der Drau, welche von einer Staustufe zur nächsten eigentlich keinen einzigen frei fließenden Abschnitt mehr hat.
In Vuzenica wurde auf das südliche / rechte Flussufer gewechselt, auf dem auch die Bahnstrecke von Maribor nach Dravograd und weiter nach Bleiburg verläuft.
Leider ist der landschaftlich schönste Abschnitt zwischen Ruṣ̌e und Dravograd bzw. weiter nach Bleiburg selbst werktags nur schwach befahren und ich hatte nicht auf dem Schirm dass wie heute am Sonntag wochenends kein Verkehr stattfindet.
Interessant finde ich dass das alte mechanische Einfahrsignal weiter neben dem relativ neuen Lichtsignal stehen blieb (auf der Gegenseite übrigens auch), die Drahtzugleitungen aber entfernt wurden.
Etwas hinter Vuzenica klettert der Radweg wieder etwas den Hang hoch und verläuft mit stetem Auf und Ab recht weit oberhalb der Bahn und des Flusses.
Erst am recht verlassen daliegenden aber doch geoflegten Bahnhof von Dravograd wird der Talboden wieder erreicht und die Flussseite gewechselt.
Einst war Dravograd ein Bahnkoten, kreuzte hier doch die
Lavanttalbahn aus Celje nach Lavamünd und St. Paul die Drautalbahn.
Der Abschnitt nach Lavamünd und St. Paul wurde 1965 obsolet als durch die direkte Strecke von Bleiburg nach St. Paul und Wolfsberg der Korridorverkehr durchs heutige Slowenien nicht mehr erforderlich war.
Schon bald hinter Dravograd wird wieder Österreich erreicht und in Lavamünd abermal die Talseite gewechselt.
Und von nunan gings bergauf, wie schon im Drautal vor Dravograd verläuft ab hier die Strasse auf einem Höhenabsatz oberhalb des Tals.
Etwas sehr eigenartig mutet dabei das kurz vor Neuhaus gelegene
Museum Liaunig mit seiner strengen Betonarchitektur an.
Aber eine gute Gelegenheit für eine Rast mit Lavamünder Bier und einem Eiskaffee.
Auf und ab sowie zumeist nebrn der Bundesstraße her überrascht dann doch eine Hängebrücke die bei St. Luzia ein das Feistritztal spektakulär überspannt. Radfahrer bitte das Rad schieben, aus Gründen ;-)
Kurz danach wird dann die Bahnbrücke erreicht welche sich hoch über das Tal der Drau spannt. Sie wurde eingleisig im Zuge des Streckenneubau zur Umgehung des Korridorverkehrs zwischen Bleiburg und St. Paul im Lavanttal 1965 in Betrieb genommen. Im Zuge des Ausbaus für die Koralmbahn wurde sie dann zweigleisig ausgebaut. Leider mit sehr üppigen Lärmschutzwänden so dass dem Fahrgast der spektakuläre Talblick verwehrt bleibt. LSW aus Glas wären hier eine schöne Option.
Dafür kann man aks Radfahrer oder Wanderer die Ausblicke im "Untergeschoss" der
Jauntalbrücke sehr genießen.
Aber für ein Foto mit Brücke, Drau und Zug, dafür würde jetzt eine Fotohornisse/Drohne benötigt.
Auf dem Weg nach Bleiburg lege ich hinter dem Dorf Aich mit seiner interessanten Kirche mit Holzturm noch einen Schlenker zur Station Wiederndorf-Aich ein.
Dort fädelt die Bahnstrecke der
Jauntalbahn aus Bleiburg in die neu trassierte Koralmbahn ein. Da mit der Umtrassierung das Örtchen Aich seinen Haltepunkt verlor wurde hier, aber sowohl für Aich als auch Wiederndorf, eine sehr abgelegene neue Station errichtet.
Die S-Bahn nach Wolfsberg muss hier erstmal die RailJet Version der CD vorbeilassen.
Jetzt geht's zum Endspurt nach Bleiburg mit einem Schlenker durch die hübsche aber doch sehr tot daherkommende Altstadt.
Endspurt nach Feistritzu und zur Übernachtung am Pirkdorfer See.
Hier gibt es Übernachtungsmöglichkeiten vom Zeltplatz über Wohnwagen/Wohnmobil, "Glamping" bus hin zu konventionellen Hotelzimmern.
Auch hier hat es Halbpension als Option und so lasse ich bei Speiss und Trank den Tag auf der Terasse ausklingen.
Soweit ein schöner Tag, bis ich beginnen wollte den Tagesbericht zu schreiben. Naja, egal. Eine Ersatzmöglichkeit wurde ja gefunden.
Und der obligatorische Link zu Komoot, mit noch mehr Bildern. Knapp 95km mit 1.100m aufwärtssind es dann doch geworden.