Heute ging es weiter westwärts nach Italien, auf die alte
Pontebbana Strecke . Aber erstmal der Reihe nach.
Nach einer abermals geruhsamem Nacht, es kühlt hier nachts doch gut ab und einem guten Frühstück starte ich um 9 Uhr in Richtung Italien.
Oha, hier hat es noch Telefonzellen? Der zuten Fliegen usw. nach scheint der Fernsprecher aber eher sehr selten genutzt zu sein.
Ohne die stationäre Fernsprechanlage zu nutzen gehts runter ins Tal zur Geil, einem Seitenfluss der Drau.
Toll wenn dann die Brücke des Alpe-Adria-Radweg rüber zum Verschubbahnhof gesperrt ist. Dann halt wieder 3km zurück und an der Hauptstraße entlang weiter.
Bei Hart überrascht ein "Weihnachtsbaum" aus alten Pfannen.
Mit einem Höhenabsatz Schlenker über Neuhaus, wo ich bei intakter Brücke auch rausgekommen wäre, geht's nach Arnoldstein.
Hier fülle ich nochmal die Getränkevorräte auf bevir es zur Staatsgrenze Österreich-Italien weiter geht. Eisenbahnmotive sind hier eher die Ausnahme, bzw. wenn kommt nichts zeitnah.
Die italienischen Zöllner zeigen Präsenz, der Radweg biegt aber in der alten Zollstation bereits ab und dann geht es kurz aber sehr stramm den Berg hoch.
Kurz danach wird eine alte Sperrstelle passiert. Die leeren Stacheldrahttrommeln sind in der Hütte noch vorhanden.
Kurz hinter Coccau di Sotto kommt die alte Trasse der Pontebbana in den Blick. Aber zunächst verläuft der Radweg auf der alten Landstraße um den Berg herum.
Aber am anderen Ende des Tunnels wechselt der Radweg dann auf die alte, durch die schneller befahrbare und zum Großteil im Tunnel verlaufende neue Strecke, obsolete Bahntrasse.
Im einst sehr umfangreichen Bahnhofsgelände von Tarvisio Centrale zeugen nich ein paar Relikte wie das Empfangsgebäude mit Bahnsteig oder rin Lichtmast vom einst geschäfigen Treiben.
Im Bereich vor der nicht mehr sehr vertrauenserweckend aussehenden und ins Nichts führenden Fußgängerbrücke mündete bus 1967
die Strecke aus dem Slowenischen Jesenice ein. Einen Abstecher auf die Talbrücke der Strecke rüber auf die andere Talseite, wo heute der neue Bahnhof Tarvisio-Boscoverde liegt, habe ich irgendwie verpeilt.
Weiter gehts immernoch leicht ansteigend zum eigentlichen Ort Tarvis das auch einen kleinen Bahnhof hatte und ins Nachbarort Camporossa.
Irgendwie wundern mich die diversen Skilifte hier etwas, immerhin liegt man hier nur etwas über 700m.ü.M.
Camporosso verfügte wie Tarvisio Centrale über umfangreiche Gleisanlagen und zudem ein Gleichrichterwerk das heute eher verlassen am Rand des ehemaligen Bahnhofsgelände steht.
An der Zählstelle unter der Autobahnbrücke neben der Seilbahn ist dann der Scheitelpunkt überwunden. Von nunan gings berab. Aber zeitweise bläst ein strammer Wind das Tal hinauf was trotz 2-3% Gefälle unterstützendes Treten nötig macht.
Kurz hinter dem kleinen Ststionsgebäude von Valbruna (das Ort liegt gut 1,5km entfernt) kommt die neue Bahnstrecke aus dem Tunnel und hat den mehrgleisigen Bahnhof Ugovizza-Valbruna bekommen. Eine Rangierlok wartet derweil mit ihrem Belüftungwagen auf den nächsten Einsatz.
Mit gerademal sechs haltenden Zügen zwischen 6 und 20 Uhr hält sich der Andrang mit gerade mal zwei Autos auf dem üppigen Parkplatzareal sehr in Grenzen. Das Empfangsgebäude ist verschlossen, Zugang zum Bahnsteig gibt's nur über die Seiteneingänge.
Eine einzel fahrende Traxx2 Lok wird derweil von einem RailJet Richtung Udine überholt.
Auf der alten Trasse geht's nun weiter zum ehemaligen Bahnhof von Ugovizza der zu einer gut besuchten Radlerrast wurde.
Und so rollt es sich weiter talwärts.
Auf den Hekometertafeln hat man etwas römisches konserviert. Die Hektometer sind in römischen Ziffern angegeben.
Und jetzt kommen auch die ersten von etlichen weiteren Tunnels die hier im Abschnitt öfter aber eher zum Schutz vor Lawunen errichtet wurden.
Und mit noch mehr Tunneln und Landschaft rollt/fährt es sich weiter talwärts.
Immer mal wieder unterquert die Strecke die "hübsche" Autobahn und nach der Station San Leopoldo wird Pontebba erreicht.
Der Bahnhof ist der einzige der bei der Neutrassierung an der alten Stelle bestehen blieb, wenn auch angepasst und verkleinert, so dass durchs Ort auf der Ortsstrasse weitergefahren wird.
Am südlichen Ortsende geht es dann stramm hinauf auf Streckenniveau.
Die Lok aus Ugovizza-Valbruna fährt gerade aus Richtung Udine, ich nehme die links daneben liegende Röhre der alten Strecke zur Weiterfahrt.
In zwei der folgebden Tunnels ist die Beleuchtung ausgefallen und prompt konnte ich in beiden Röhren mehr und weniger gravierenden Stürze beobachteb, da auch teils nicht bis zur Tunnelwand getert ist.
Andererseits kann ich auch nicht verstehen dass gerade Radreisegruppen teils ohne (eingeschaltete) Radbeleuchtubn dann im Affenzahn durch die Dunkelheit heizen.
Immer blieb ich unbeschadet und erste Hilfe wurde dankend abgelehnt.
Etwas unterhalb der tückischen Tunnels wechselt die alte Trasse aufs linke Ufer und ich wittere die Chance einen Zug auf der in 2000 eröffneten neuen Trasse auf der kurzen Brücke zwischen den Tunnels zu erwischen.
Der erste Versuch ear wie gewohnt. Ksim schaltet die Kamera ab, kam ein ÖBB Cargo Zug vorbei.
Dann halt warten bis zum nächsten RailJet, wobei kurz vorher noch ein italienischer Güterzug die Stecke hoch fuhr.
Der kudeste Zug der Strecke dürfte der REX1813/D1821 von Villach nach Udine sein. Dieser hält auf allen Zwischenstationen (soviel zu REX bzw. gar D-Zug) und kommt um 10:15 in Treviso-Boscoverde an, fährt aber erst 1,5h später um 11:45 weiter. Muss man nicht verstehen...
Ich rolle nach dem längeren Fotostop von knapp 1h weiter und genieße die Aussicht auf das Ort Dogna auf der einen Seite der relativ neuen Brücke...
... als auch ins Tal der Dogna.mit dem Brückenbeubau hatte man scheinbar auch den Bahnhof von der Berg auf die Talseite der Brücke verlegt.
Das Etappenziel rückt näher, das Navi ist nurnoch knapp Zweistellig bei den Restkilometern und Chiusaforte wird erreicht.
Hier lege ich mal eine Rast bei einem Radler aus Bad Reichenhall *sick* ibd einem Panna "Speck" ein. Es zieht sich weiter zu und erster Donner ist zu hören.
Also wird das Gepäck wetterfest gemacht und da das Regenradar nur einen Gewitterazsläufer hier anzeigt mache ich auf Prinzip Hoffnung und fahre weiter.
Kurz vor dem Abzweig wo ich die Bahnstrecke für die Weitefahrt nach Moggio verlassen fängt es aber richtig an zu regnen und ich überquere erstmal doch die Bahnbrücke und warte am talseitigen Tunnelportal geschützt den Regen ab.
Und siehe da, nach dem Regen kommt sogar die Sonne durch.
Das machte die Entscheidung weiter auf dem Bahnradweg und dann rüber nach Moggio oder auf der rechten Talseite hoch über die kleinen Weiler doch einfach und es hat sich auch gelohnt.
Nur der Akku litt. War er in Chiusaforte mit gut 75km Fahrstrecke noch gut 50% voll zuckelten die kleinen aber strammen Rampen doch gut an ihm. So waren es sann am Ziel mit 85km nurnoch 39% Restkapazität.
Aber für die Ausblicke hat es sich definitiv gelohnt hier nochmal hochzustrampeln.
Die rostige Brücke sm Ortseingang von Moggio erscheint für die kleine Strasse recht überdimensioniert. Aber da der Italiener die Farbe Rost wihl mag braucht es wohl etwas Materialreserve.
Hier wiedermal der "Logis Feance" Effekt. Einfaches, teils etwas improvisiertes Zimmer (die Dusche und Klo ist hinter der oben offenen Wand) aber ein super Essen.
Im Fersehen läuft derweil Plattfuss in Afrika. Ganz ehrlich, ich finde die deutsche Synchronstimmen passen wegen ihrer "Brummbärart" zu Bud Spencer irgendwie besser wie seine Originalstimme.
Birra Moretti scheint man hier nicht zu mögen, es gibt was aus Aying bei München :-D
Die Terrasse hat ein interessantes Dach sus Buschbohnen und ab und zu tropft es dann noch etwas aus diesen herunter.
Morgen gibt's eine der kürzesten Etappen, aber mit gut Höhenmeter zu bewältigen. Schaumermal, auch was Petrus vor hat. Aktuell regnet es sich seit 21 Uhr ein.