Die Nacht im Retro Zimmer war gut und frisch gestärkt geht's um halb 10 weiter. Es ist wesentlich bewölkter gegenüber gestern aber brauchbar warm so dass es zur Abfahrt Richtung Butzbach keine Jacke braucht.
Bei Nieder-Weisel kreuzt ein Rudel Gänse ganz entspannt den Radweg. Der Radverkehr scheint ihnen nicht ungewohnt sein.
Kurz darauf wurde Butzbach mit seiner seiner sehenswerten Altstadt erreicht.
Von der Altstadt geht's weiter zum Bahnhof Butzbach Ost der ehm. Butzbach-Licher-Eisenbahn (BLE) der heute der HLB u. a. als Abstellbereich dient.
Nördlich der Main-Weser-Bahn an BLE wurde beim Weichenwerk von der HLB eine großzügig angelegte Werkstatt errichtet und das Zufahrtgleis vom DB Bahnhof elektrifiziert.
Kurz hinter dem Weichenwerk endet heute die Strecke und Elektrifizierung. Offiziell geht das Gleis noch weiter bus zum Magna-Park bei Kirch-Göns aber bereits kurz hinter dem Weichenwerk ist die Strecke sehr stark zugewuchert. Von der Brücke bei Pohl-Göns ist kein Gleis erkennbar.
Erst am Bahnübergang nördlich des ehm. Bf. Pohl-Göns ist erkennbar dass hier eine Bahnstrecke existiert. Der letzte Zug ist hier aber nicht gerade gestern gefahren.
Oha, Pintsch "Kaffeemühlen" Abtriebe hat es hier am Bü, dürfte eine BÜS72-D sein, ob man die jemals wieder in Betrieb bekommt?
Durch Pohl-Göns geht's wieder rüber an die Main-Weser-Bahn.
Auf der maroden Strassenbrücke werden ein paar Züge nach Gießen und Frankfurt abgewartet bevor es weiter Richtung Leihgestern (wer denkt sich solche Ortsnamen aus?) geht wo unterwegs weitere Züge bei noch leicht vorhandenen Sonnenschein erwischt werden.
Der Weg wird zum Pfad und kurz vor Leihgestern kommt die ggü. der Baureihe 143 für 160km/h ausgelegte 114 011 mit dem RE aus Kassel nach Frankfurt vorbei.
Hinter Leihgestern gehts entlang der L3130 nach Gießen zum Uni Campus.
Quer durch Gießen geht's vorbei am "Monster Bü" über die Vogelsbergbahn Richtung Lahn, wobei ich beim Hp Oswaldsgarten vor der Lahn den Weg entlang der Bahnstrecke statt der Lahn wähle.
Kurz vor Lollar zweige ich zur Brücke der Kannonenbahn über die Lahn ab. Auf der Radtour 2018 lag noch ein Gleis auf der Brücke, das aber nun auch entfernt wurde. Wie oftmals war die Strecke zweigleisig vorbereitet aber nur eingleisig aktiv.
An den Freileitungsmasten wird derzeit gearbeitet. Ein Job ander frischen Luft mit Aussicht. Ähm, lieber nicht.
Nördlich des Bahnhofs Lollar zweigt die einst bis Grünberg an der Vogelsbergbahn führende Lumdatalbahn ab.
Eine Reaktivierung des Güterverkehrs zu den Didierwerk in Mainzlar und im Personenverkehr bis Allendorf ist zwar immer wieder vorgesehen, aktuell sieht das Gleis eher brachliegend aus. Aber der Bahnübergang ist 1a im Schuss.
Weiter geht's beiderseits der Lahn bis Odenhausen wo zu Kaffee und Kuchen an der Lahnbrücke im noch bis 3.10. geöffneten "Popup Biergarten" eingekehrt wird.
Ohne wesentliche Steigungen geht's im Lahntal weiter nach Niederwalgern wo sowohl Komoot als auch die Bosch Navigation meinen dass es eine gute Idee wäre das Rad die Böschung hoch und über die stillgelegten Gleise der Aar-Salzböde-Bahn zu tragen.
Nee, sann lieber wieder zurück zur Strassenunterführung und durchs Ort weiter zum Bahnhof dessen altes Empfangsgebäude einen erbärmlichen Eindruck hinterlässt.
Die "Stadtautobahn", auch wenn es nur die B3 ist, drängt sich dabei auch über den Radweg. Ein Abschitt der eher zum Vergessen ist.
Aber kurz darauf geht's wieder schön durch Wiesen und Felder nach Cölbe.
Das Hotel (ohne Restaurant) Orthwein diente 2018 zur Übernachtung aber heute muss ich noch ein paar Kilometer weiter.
Irgendwie komisch, eine nagelneue Radwegbrücke vor Sarnau während daneben die Bahnbrücke extrem rostig vor sich dahinvegetiert.
2018 war Sarnau (der Bahnhof liegt eigentlich im Ortsgebiet des kleinen Ortes Göttingen) noch ein Personenbahnhif mit mechanischer Stellwerkstechnik. Mitlerweile ist er auf ZSB2000 von Scheidt&Bachmann umgebaut und die Bahnsteige entfernt da der Fahrgastzugang durch einen neuen Haltepunkt in Ortslage von Sarnau ersetzt wurde.
Bei Goßfelden kommt dann eine Doppeltraktion aus Erndtebrück nach Marburg virbei.
Am kurz vor Sterzhausen liegenden nicht technisch gesicherten Feldweg Bü warte ich dann den Gegenzug ab bevor es hinter Sterzhazsen auf der Überlandsteaße nach Michelbach geht.
Das Motto "Kein Schnitzel ist auch keine Lösung" auf dem VW Bus des zum Hotel Stümpelstal gehörigen Restaurant Emils gefällt.
Untergebracht bin ich in der schräg gegenüberliegenden Dependance Landhaus. Die Zimmer sind renoviert, Toilette und Dusche aber über den Flur. Dafür gibts die Übernachtung für 55€.
Abendessen dann im Emils bei einem guten Kellerbier das für das Restaurant gebraut wird, ein Top Cordonbleu mit interessanten Apfelmus-Senf dazu. Abschluss mit einem 1a Tiramisu und einem William-Birne-Brand von der Brennerei Birkenhof aus dem Westerwald.
Blogschreibebier ist dann ein zum Fahrrad passendes Bosch Lager aus Bad Laasphe.