Posts mit dem Label Neuenkirchen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Neuenkirchen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 2. Oktober 2026

Herbstradtour2026 - Züge, Schiffe und "Magnete" im platten Land

Petrus hat wieder gute Laune, auch wenn es am Vormittag stellenweise noch recht neblig ist.
Auf der alten Bahntrasse gehts nun erstmal Richtung Rheine. Die ehemalige Strecke von Ochtrup nach Rheine wurde sogar zur Fahrradstrasse ausgebaut was ein rasches Vorankommen garantiert da die meisten querenden Wege die Vorfahrt gewähren müssen. 
Es geht aber nicht nach Rheine hinein sondern am Stadtrand wird nach Norden abgezweit um nach Salzbergen zu fahren. 
Kurz hinter Rheine wird NRW verlassen und Niedersachsen erreicht. Ab jetzt sind die Radwegschilder wieder grün.
In Salzbergen scheint die Sonne, aber ausserhalb wird es wieder neblig so dass der von Amsterdam kommende ICE auf der Strecke von Hengelo ubd Bad Bentheim fast im Dunst verschwindet. 
Ich fahre weiter an die Strecke durchs Emsland nach Norddeich und im Nebel kommt ein Kesselwagenzug sowie ein Flirt der Westfalenbahn als RE15 nach Emden vorbei. 
Kurz hinter Leschede klart es dann immer mehr auf.
Bei strahlenden Sonnenschein wird dann südlich von Lingen zunächst der Ems-Vechte-Kanal erreicht und beim ehemaligen KKW Emsland der Dortmund-Ems-Kanal überquert von dem nebenan auch noch eine ehemalige Schleuse existiert. 
Am Kanal geht's nun weiter und an Lingen vorbei. 
Es herrscht ganzschön viel Schiffsverkehr auf dem Kanal, bei der Schleuse Varloh beobachte ich die Ausfahrt der "Niedersachsen 14" und Einfahrt des Schiffs "Bayerischer Wald" dem ein Sportboot in die Schleuse folgt. 
Benachbart an der Bahnstrecke wied der RE15 nach Münster abgefangen. 
Weiter geht's am Kanal entlang und vor Meppen fährt ein IC2 nach Köln vor die Linse sowie der nächste RE15 nach Münster, welcher halbstündlich verkehrt. 
In Meppen präsentiert sich dann eine Windmühle, bei dem starken Bewuchs ringsherum dürfte diese wohl kaum nich nennenswert Wind abbekommen. 
In Meppen hat es sogar noch eine Hubbrücke, welche aber zum Vorteil meines Vorankommens gerade keinem Schiff Platz machen muss.
Entlang der stark befahrenen B70 geht's weiter nach Norden. Der Wechsel der Strassenseit des Radwegs ohne Mittelinsrl oder gar Ampel war nicht gerade toll. Hier besteht noch etwas Verbesserungspotential.
Leider nicht gut erkennbar ist der Kühltrum des ehemaligen Gaskraftwerks mit einer Weltkarte verziert. 
Der Bahnübergang in der Nähe über den die Strasse unter anderem zum "Europort" führt ist etwas kurios aufgebaut.

Er besteht aus zwei getrennten Anlagen von denen eine die zweigleisige Hauptstrecke zwischen Meppen und Leer sichert und dem unmittelbar bebachbarten Bü der das Anschlussgleis zum Hafen sichert. Letzterer besitzt aber nur Lichtzeichen und Schranken für den Stassenverkehr Richtig Osten, also über die Hauptstrecke. Bei Fahrten auf der Hauptbahn bleibt er offen. Für den Straßenverkehr Richtung Westen / Hafen muss dann bei Befahrenen des Anschluss such der Bü der Hauptstrecke geschlossen werden 
Weiter gehts nun Richtung Lathen wobei ein ICE2 als IC 2205 (ohne Bordrestaurant und ohne Fahrradbeförderung) von Norddeich Mole nach Köln Hbf vorbei kommt.
Weiter nach Lathen und östlich hinter dem Ort wurd dann die ehemalige Versuchsstrecke des Transrapid erreicht. 
Die "Kupfergräber", also die sks Spulen verkegten Kabel unter der Fahrbahn auf denen die Fahzeuge schwebten sind schon lange zurückgebaut.
Die Führungen der Kabel sehen nun aus als hätte der Transrapid einen Antrieb wie eine Zahnradbahn gehabt. ;-)
Ironie des Schicksals, während der Transrapid bis auf die Anwendung als Flughafenshuttle in Shanghai, also das was Stoiber Ede gerne in München ("... in 10 Minuten, sie steigen also in den Hauptbahnhof ein") gehabt hätte und die Versuchsanlage seit 2011 ausser Betrieb ist verkehren nach einer Sanierung um 2017 herum auf der "altmodischen Schienenstrecke" die unter der Versuchsstrecke hindurch von Lathen nach Werlte führt weiterhin die Eisenbahn mit Güterzügen. Der Museumsbahnbetrumieb auf der sogenannten Hümmlinger Kleinbahn ist leider der Modernisierung zum Opfer gefallen. 
Die Weichen des Transrapid sind aufwändig wie auch imposant. Die südliche Weiche wird auf 10 (?) Stützen mittels Hydraulikzylinder "verbogen"
lm einstigen Versuchszentrum, das über eine mit 50km/h befahrbare Weiche angebunden ist, stehen diverse Transrapid Fahrzeuge und auch Wartungswagen herum.
Hier befindet sich auch das Besucherzentrum um dessen Betreuung sich ein Verein kümmert, vermutluch daher sieht das Gelände auch relativ gepflegt aus. 
Eigentlich sollte der Abriss der Anlage schon 2012 beginnen, aber bisher ist nichts zu erkennen. Laut Wikipedia plant mit Stand September 2025 die Bundesregierung mit einem Abschluss des Rückbaus bis 2034 was vsl 68 Mio € kosten wird, aber bisher nur zu 1/3 finanziert ist.
Auf dem Gelände liegen auch Fahrbahnelemente in Zaunnähe so dass man sich diese genauer ansehen kann, bei einem Transrapid Wagen ist die Verkleidung der Spurführung entfernt so dass man die Gegenseite welche fahrzeugseitig das Schweben ermöglichte erkennen kann.
Bei der Zufahrtweiche befindet sich auch das Kontrollgebäude, Stellwerk würde es eher nicht treffen, in dem 2006 zu der fatalen Fehlentscheidung kam und ein Wartungswagen ein paar Kilometer nördlich noch auf der Strecke war wähend der Transrapid für eine Demonstrationsfahrt für Besucher unterwegs war was zu einem schweren Unglück mit 23 Toten führte. 
jgggg

Auch wenn die platte Landschaft an sich weniger spektakulär ist wie z. B. auf einer Tour durch die Alpen so hat auch sie interessante und schöne Motive zu bieten.
Erstaunt war ich, neben den Motiven am Dortmund-Ems-Kanal, vom dichten Schiffsverkehr auf ihm. Was man hier in 1h an Schiffen sieht, dafür braucht es am Main-Donau-Kanal mindestens einen ganzen Tag.
Mit 108km und einem Restakku von 34% bei einer Eigenleustung von 64% an der Kette war es die bisher längste Etappe der Tour (bei geplanten 102km).
Morgen geht's nach Emden, inkl. einem Abstecher zur seit dieser Woche wieder befahrenen Wunderlinie nach der Wiederherstellung der von einem Schiff irreparabel beschädigten Friesenbrücke.

Donnerstag, 1. Oktober 2026

Herbstradtour2026 - Im Regen nach Münster und weiter

Die Wettervorhersage hatte Recht behalten und es domieren am Morgen Wolken mit vereinzelten Regen.
Beim Frühstück konnte festgestellt werden dass das Rad noch da und komplett ist. Ein wenig Sorge hatte ich schon ob der Klientel rund um den Bahnhof. 
Nach dem Frühstück gehts erstmal ins Reisezentrum. Dort bestätigt sich was ich vermutete. Die Zugbindung auf der Heimfahrt wurde aufgehoben da der ICE123 in Köln ein paar wenige Minuten später (!!!) abfährt was aber auch auf den Anschluss in Frankfurt keinen Einfluss hat. Die Reservierungen sind noch da und auch keine andere Fahrzeuge. Typischer Automatik/KI Murks...
Das Rad wird bepackt und in einer Regenpause gehts kurz nach 9 Uhr los. Die Innenstadt von Hamm ist wahrlich "hübsch", da fällt selbst ein alter Flakturm nichtmer auf.
Nach dem Überqueren des Datteln-Hamm-Kanals geht's durch renaturierte Industrieareale und Wohngebiete zum Bahnhof des Hammer Stadtteils Bockum-Hövel. 
Ich versuche vor dem Regen so viel wie möglich Strecke zu machen. Aber der zur im Hammer Süden gelegenen ehemaligen Zeche Radbold mitlerweile verfüllte Schacht 6 zwischen Bockum-Hövel und Mersch bietet sich trotz der Wolkensuppe als Fotomotiv an.
Nach dem aus zwei Talent 3 gebildeten RE7 von National Express von Rheine nach Krefeld kommt ein Charterzug Richtung Münster vorbei. Der Flirt im Titelbild ist die RB89 der Eurobahn von Paderborn nach Münster. 
Mal mehr mal weniger parallel zur Bahnstrecke geht's weiter Richtung Münster. 
Während der Fahrt durch Drensteinfurt wird das hinter Mersch einsetzende und noch ohne Jacke zu ertragende ganz leichte Nieseln zum ausgewachsenen Regen. Also Zeit für die Jacke und zum Verpacken der Satteltaschen. 
Vor Münster kurz vor dem Dortmund-Ems-Kanal lässt der Regen etwas nach und zwei Eurobahn Flirt können von der Strassenbrücke aus eingefangen werden.
Dann runter zum Kanal und an diesem entlang weiter nach Münster. 
Beim Stadthafen, dessen Aral derzeit in ein Wohn- und Büroareal umgewandelt wird wechsel ich über den Kanal und radel Richtung Altstadt. 
In der Altstadt tummelt sich außergewöhnlich viel Polizei, später bekomme ich mit dass sich hier in kürze diverse Politprominenz tummeln wird.
Der Kontrast von Hamm zu Münster könnte nicht krasser sein. Auch verstehe ich nun warum Münster die Radfahrstadt genannt wird. Wahnsinn was hier an Rädern untwergs ist und überall parken Räder.
Jetzt gehts aber, bevor wider Regen einsetzt, aus Münster wieder raus. 
Der Radweg folgt ab dem Stadtteil Kinderhaus nun fast durchgehend dem ehemaligen Max-Clemens-Kanal der teils kaum noch als solcher erkennbar ist.
Auf der Brücke über die A1 parkt wieder Polizei, der Grund kommt kurz darauf in Form einer Fahrzeugkolonne schwarzer schwerer Limousinen vorbei für die die Autobahn auch gesperrt wurde. In andren Ländern reist man per Bahn an, aber da macht man auch weniger Mist wie z. B. Tankrabatt aber das D-Ticket verteuern.
Egal, nicht über Berliner und besonders Sauerländer Kompetenzallergiker aufregen, weiter geht's am Kanal bzw der parallelen Strasse entlang, wobei der Radweg der die Strasse begleitet bisweilen sehr rudimentär ausgelegt ist.
Erst kurz vor Höhe von Greven hat er wieder einen von der Strasse abgesetzten echten Fahrstreifen.
Aber ab und zu folgt der Radweg auch nur einem nicht asphaltierten Feldweg. 
Auf Höhe vin Enstetten ist der alte Kanal etwas brsser erkennbar, die weisse Markierung an den im alten Kanalbett wachsenden Bäumen solken den Wasserstand des Kanals zu seiner Betriebszeit darstellen.
Währenddessen werden die Schleifgeräusche an der Vorderradbremse immer stärker. 
Da es aber langsam aufhört zu regnen, dabei hatte die Wettervorhersage am Nachmittag Starkregen vorhergesagt, mach ich eine kleine Pause um die Vorderradbremse zu verarzten.
Das Laufgeräuch war zwar vergleichbar zu heruntergefahren Bremsbelägen aber die sibd noch zu gut 50% dick.
Das Problem ist eher dass sich die Bremsscheibe und Backen mit "Schlamm" vollgesetzt hatten.
Also alles abgeputzt und zur Sicherheit nich neue Beläge eingesetzt und Ruhe war.
Kurz vor Neuenkirchen wird in St. Arnold die ehemalige Strecke von Duisburg über Rheine nach Quakenbrück. St. Arnold liegt vier Kilometer südlich von Neuenkirchen und war bei der Eröffnung 1892 zunächst als Neuenkirchen Land benannt. Neuenkirchen erhielt erst 1905 mit der ehm. Strecke Ochtrup - Rheine, deren Trasse ich dann morgen nutzen werde, einen ortsnahen Bahnhof.
Am Bahnhof sind diverse Bahnelemente ausgestellt und es sieht so aus als hätte auf dem ehm. Gleis 2 auch mal ein Wagen gestanden.
Auf dem Bahnradweg gehts ein kurzes Stück nach Osten bevor nach Norden zum finalen Antritt nach Neuenkirchen abgezweigt wird.
Kleine Einkehr beim Bäcker in Ortsmitte bei der Kirche St. Anna bevor es weiter zum Hotel geht.
Einchecken, nasse Klamotten auswechseln und etwas entspannen bevor es zum Abendessen geht.