Samstag, 18. Juli 2026

Aus "Langeweile" zur Rittnerbahn

Nein, das mit der Langeweile ist nicht ernst gemeint. Aber da ich recht früh in Bozen ankam bot sich noch ein Ausflug zur Rittnerbahn an.
Bei der Ankunft in Bozen an der Talstation hatte der Akku noch beachtliche 50% Kapazität. Nach dem Auszug zur Rittnerbahn waren es letztendlich noch 30%. Es ging ja viiiiiiel bergab. 🤣
So kamen dann etwas über 117km zusammen und über 2.000 Höhenmeter abwärts. 

Nach einem guten Frühstück mit Salami (auf Holz klopfen) geht es heute "talabwärts" nach Franzensfeste und dann das Eisacktal runter nach Bozen. 
Also natürlich geht's erstmal im Pustertal weiter nach Westen am Fluss entlang und dann wird das erste Zug Fotomotiv zugunsten des hübschen Ortskern in St. Lorenzen verpasst.
Aber für den vollen Reisebericht bin ich jetzt etwas zu platt. 
Hier gibt's erstmal nur unkommentiert die Bilder von heute.

Es rollt sich gut talabwärts und auch ein Zug wird erwischt, wenn auch von der Schattenseite.
Es es hat wohl im Einzugsbereich der Rienz in westlicher Richtung durchfließt (der östliche Teil wird von der Drau durchflossen) geregnet und so ist das Flusswasser eher schlammig braun.
Die rote Bretterkonstruktion in der Unterführung erschließt sich mir nicht recht, ich vermute mal dass dadurch die Unterführung auch bei Regen genutzt werden kann.
Bei Ilstern steht dann die Sonne passend für ein Mitiv von Zug und Landschaft. 
Jetzt wird ab und an das Talbett verlassen und am Hang weitergefahren und ab Mühlbach kletter der Radweg richtig aus dem Tal heraus. 
Der Mannschaftsbzs von Arminia Bielefake quält sich auch in das Ort hinein.
Während der Fluss Rienz nun nach Süden abbiegt um bei Brixen in die Eisack zu münden gehts nun azf dem Plateau nach Franzensfeste. 
Der Radweg wurd dabei mehrmals wegen der Bauarbeiten zur Verbindungsbahn, welche direkte Fahrten aus dem Pustertal nach Brixen unter Umgehung des Fahrtrichtungswechsel in Franzensfeste ermöglichen soll, umgeleitet. Teils über bessere Trampelpfade.
Wenn die Verbindungsbahn fertiggestellt ist dürfte durch die dann wegfallenden Umsteiger bzw. Kopf machende Züge der Bahnhof Franzensfeste eher bedeutungslos werden,  wenngleich er eine Verknüpfung zwischen der Brenner-Bestandsstrecke und dem Brennerbasistunnel sowie der ebenfalls im Bau befindlichen Neubaustrecke (zu über 90% im Tunnel verlaufend) die, mit mehreren Verbindungsspangen an Brixen, Bozen und Trient vorbei, bis kurz vor Verona führt srin wird.
In Franzensfeste kommt wiedermal "passend" die Fotowolke vorbei als der Zug ins Pustertal die Festung über die Stahlbrücke verlässt.
Die Festung hatte ich bereits letztes Jahr besucht, daher ging es gleich weiter in den Einstieg zum Brennerradweg nach Süden, der letztes Jahr wegen Bauarbeiten gesperrt war. 
Gesperrt ist derzeit auch die Brennerbahn zwischen Steinach und Bozen.
Die offizielle Info im Web zum teils der Brennerbahn- als auch Autobahn nach Brixen folgenden Radweg war dass er befahrbar ist und nur Nachts für Materialfahrten genutzt und daher gesperrt ist. 
De facto ist er aber nur bis kurz vor dem Vahrner See offen und an der Ampel an der Unterführung fängt es an zu regnen, aber hinter der Unterführung konnte msn sich gut unterstellen und den Schauer vorbeiziehen lassen. Das war dann übrigens auch der zweite und letzte Regenschauer auf der ganzen Radtour.
Ab dort muss für ein paar Kilometer bus kurz vor Vahrn auf die recht gut befahrene SS12 ausgewichen werden die ebenfalls einen Ampelstop beinhaltet. 
Auf dem Standstreifen noch eine passende Lücke abwarten ind schon geht's wesentlich angenehmer durch die Apfelplantagen runter nach Vahrn und Brixen.
Brixen ist wie letztes Jahr komplett überlaufen und daher spare ich es mir das Rad durchs Ort zu schieben und fahre entlang der Eisack weiter.
Ein beiderseits der Brennerbahn liegendes Industriegebiet besitzt dabei eine interessante Konstruktion um die Brennerbahn zu überbrücken. Um was es sich handelt ist nicht klar erkennbar, nach Google Streetview besitzt  es keinen öffentlichen Zugang aber viele Rohre und Kabel sind erkennbar. 
Weiter geht es nun bus Klausen. 
Im Gegensatz zu Brixen ust Klausen nicht überlaufen, kann aber mit einer sehr hübschen Altstadt aufwarten.
Hinter Klausen rollt es sich dann gut bos Waidbruck wo auch fleißig an der Brennerbahn gewerkelt wird, vermutlich auch zur Einbildung der Verbindungsspange zum Neubaustreckentunnel. Etwas verdeckt brummelt dabei eine V100 vor sich hin.
Hinter Waidbruck wurde die Bahnstrecke nach Bozen schon vor Jahrzehnten in eine Tunneltrasse verlegt und die alte Bahntrasse dient nun als Radweg. 
Teilweise wurde die Bahntrasse auch zum Strassenausbau genutzt.
Entsprechd gemütlich rollt es sich auch talwärts. 
Nur bei Blumau-Tiers ist ausweichen angesagt, denn hier kommt die Alte-Neubaustrecke kurz aus dem Tunnel um hinter dem Bahnhof wieder darin zu verschwinden. Ähnlich wie es die Altstrecke mit kürzeren Tunneln auch machte. 
Und so werden langsam die Ausläufer von Bozen erreicht.
Auf einem Parkplatz einer Spielothek steht eine Kabine der benachbarten Kohlerer Bahn,  wie sie zwischen 1965 und 2006 eingesetzt wurden.
Auf dem gut ausgebauten Radwegnetz von Bozen geht es ein Stück auf der ehemaligen Überetscher Bahn (gelbe Brücke über den Talferbach) weiter.
Nicht weit von der Mündung der Eisack in die Etsch entfernt geht's rüber über die Eisack ins eher industriell geprägte Vorort Oberau-Haslach wo sich das Hotel befindet.
Das BB Hotel befindet sich in einem 70er/80er Jahre Bürogebäude und enttäuscht etwas. Das Zimmer ist zwar in Ordnung inkl. Kühlschrank die Klimaanlage macht bisweilen komische Geräusche und obwohl es noch nicht besonders alt ist wirkt es in einigen Ecken schon etwas abgewohnt. Der grösste Nachteil ist der fehlende Fahrradraum. 
Da ich bereits gegen 15 Uhr ankam ist noch einiges vom Tag übrig und so entschließe ich mich für einen Ausflug zur Rittnerbahn. 
Für 8,50 für mich und 7,50€ fürs Rad schwebt es sich barrierefrei hinauf nach Oberbozen. 
Schon alleine die Ausblicke aus der Bahn sind die Fahrt wert.
Brauchte es in Bozen einen Aufzug um zur Gondel geht's in Oberbozen ebenerdig hinaus zum Vorplatz, wo bereits der Zug nach Klobenstein wartet.
Auf der Rittnerbahn steht rin Traktionswechsel an.
Die vier im Zuge der Einführung des Halbstundentakt 2010 von der Trogener Bahn (heute Teil der Appenzeller Bahnen) übernommen BDe 4/8, welche im wesentlichen die historischen Fahrzeuge und den Esslinger Triebwagen aus dem Regelverkehr verdrängten, werden ab 2026 durch die mit einem Niederflurmittelteil versehenen M8C-NF ersetzt. Die vier (einer dient nur als Ersatzteilspender) ehemals für die Heidelberger Strassenbahn / heute RNV beschafften und dort bis 2025 im Einsatz stehenden Fahrzeuge bieten 220 Sitzplätze (20 negr wue die Trogener) und weichen im Lack durch die relativ grosse silberne Seitenfläche von den Trogener Triebwagen und den Seilbahngondeln ab. Mit anthrazitfarbiger Seitenfläche sähen diese besser aus fände ich.
Noch sind diese nicht im Einsatz und so parkt einer lediglich auf dem Abstellgleis am Empfangsgebäude in Oberbozen. Mit dem Einsatz der M8C-NF (neue Nr. 52, 57 und 58) werden die Trogener Triebwagen vsl. verschrottet. 
Ich radel Richtung Wolfsgruben und prompt kommt eine Fotowolke genau so lange vorbei wie der Zug im Motiv unterwegs ist :-D
Es grummelt in der Ferne umd zieht sich, während ich zum Kreuzungsbahnhof Lichtenstern weiterfahre, etwas zu.
Im zwischen 10 und 18 Uhr bestehenden Halbstundentakt wird hier in Lichtenstern gekreuzt. Durch die Rückfallweichen fährt der Zug nach Klobenstein stets am Hausbahnsteig ein.
Es grumnelt stärkerer am Himmel und das Wetterradar ist sich nicht so recht einig wo die Gewitterzelle hinzieht.
Daher fahre ich nicht weiter nach Klobenstein sondern zurück nach Wolfsgruben und kehre zum frühen Abendessen bei den "Drei Birken" ein, was auch für eine Übernachtung bei späteren Touren eine gute Option wäre. 
Natürlich zieht das Gewitter vorbei und so versuche ich gut gestärkt anschließend nochmal ein Sonnenfoto beim Haltepunkt Wolfsgruben.

Diesmal ohne Fotowolke, leide mit Seitenschatten.
Weiter nun nach Oberbozen um eine der wenigen Fahrten die über Oberbozen hinaus bis Maria Himmelfahrt geführt werden einzufangen, schön wäre es gewesen wenn bei der Ausfahrt aus Oberbozen noch eine Seilbahngondel ins Bild gefahren wäre.
Zum Abschluss noch ein Nachschuss auf den nach Oberbozen zurückkehrenden Triebwagen. 
In Maria Himmelfahrt steht der dritte Trogener Triebwagen neben dem Lokschuppen im ehemals als Zahnradbahn weiter nach Bozen hinunterführenden Gleis was heute an einem Prellbock endet.
Hmm, dann kommt ein Fahrradverbotsschild mit der Begründung dass dies auf Grund der starken Nutzung durch Wanderer bestünde. 
Naja, nun im kurz nach halb Acht sind vsl. eher keine mehr unterwegs (war dann auch so) und ignoriere ich das Schild mal ganz dreist, zumal PKW als Anlieger zugelassen sind. 
Wunderbare Ausblicke auf die umliegenden Berge ergeben sich besonders im oberen und unteren Drittel. Mittendrin geht es ein Stück durch den Wald. 
Es geht stramm bergab, die Bremse leidet  ;-)
Auf Höhe des Ebnicher Hof versperrt eine Schranke den Weg, aber das Rad passt geade so zwischen Schranke und Baum am Fusswegdurchlass durch.
Danach wird der Weg extrem steil und ich schiebe lieber bergab.
Auf dem sechsten Foto unterquere ich mit der Brücke beim Winzerhof eines der wenigen Relikte der Zahnradstrecke.
Kurz vor dem Talboden wird das Gefälle wieder normal und es kann wieder gefahren werden. Hochzu besteht, ausser der Schranke, keine Sperrung. Aber wer will diese Strecke schon hochochsen?
Bei späteren Besuchen werde ich definitiv die Hauptstraße (runterzus) bevorzugen.
Am Bahnhof fährt gerade ein Zug nach Verona aus und so gehts dann zurück ins Hotel.
Hier noch die Links zu den zwei Tagesetappen bei Komoot. Dort gibt's auch etwas Infotext und weitere Bilder. 


Morgen geht es dann ins Vinschgau.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen