Heute ging es von Italien/Südtirol nach Österreich/Tirol ganz kurz nach der Schweiz/Graubünden und wieder nach Tirol.
Nach einer entspannten Nacht und einem sehr guten Frühstück ging es erstmal durch die Apfelplantagen nach Sponding. Da der leichte Wind das Tal hinauf weht ist die elektrische Unterstützung erstmal nicht gefragt.
Beim Haltepunkt von Eyrs fälkt mir auf dass ich einen Zug nach Mals mit einem Coradia Stream verpasst habe.
Eine Testfahrt?
Nein, denn ich hatte gestern den Fahrplan mit seinen diversen Ersatzbussen falsch interpretiert.
Denn in der Regel wird derzeit in Laas umgestiegen. Wegen der geringen Fahrzeugkapzitäten auf dem unteren Abschnitt nach Meran gibt es aber parallel noch zusätzlichen SEV über die Gesamtstrecke.
Auch nicht mehr gefragt sind auf der Vinschgaubahn Lichtsignale seit der Umstellung auf ETCS und so liegen sie hierbin Glurns einfach herum und warten auf die Entsorgung.
Stets der Etsch entlang geht es hinauf nach Glurns.
In Glurns, das an Wochenenden öfter mal von Touristen überrannt wird, mache ich einen Abstecher durch das hübsche Dorf Richtung Bahnstrecke.
Der Postbus, wie auch seine regionales italienisches Pendant, dürfte nicht viel grösser sein, denn dan passen diese nicht mehr durch die Stadttore.
Nach dem Ablichten des Coradia Stream Triebwagen kurz vor Mals geht's zurück ins Ort.
Jetzt beginnt der Radweg wesentlich stärker zu steigen. Bei Laatsch wzrde ein WK II Bunker zum Viehstall adaptiert. Sehr unauffällig auffällig das Ding, da haben es die Schweizer besser drauf derartiges zu "verstecken".
Im Dorfladen wird noch Apfelsaft aus der Region gebunkert bevor es recht stramm weiter bergauf geht, auch wenn es auf den Fotos nicht so aussieht.
Der Motor darf nun gerne unterstützen und ich bewundere die diversen "Biobiker" die hier hinauf ochsen. Selbst ohne Gepäck würde ich das vermutlich nicht schaffen.
Nun geht's am Haidersee entlang und beim Fotostopp darf mein Werkzeugsatz einer kleinen Gruppe aus der Bamberger Ecke die mit Leihrädern unterwegs ist beim vernünftigen Einstellen der Sattelhöhen oder lockerer Komponenten aushelfen. Spricht nicht gerade für den Verleiher.
Der Radweg auf der westseite des Reschensees verläuft mitnichten auf Seeniveau wie gegenüber die Hauptstraße sondetn permanent und teils knackig auf und ab. Aber die Ausblicke entschädigen. Zudem war ich bereits 2018 mal um den Kirchturm von Graun herum gelaufen.
Am Ortsrand vom Reschen wird gerade die Schöneben Seilbahn durch einen Neubau ersetzt. Interessant sich die auf dem Parkplatz gelagerten Rollenbatterien mal aus der Nähe anzusehen.
Kurz wird Reschen "angefahren" und kurz nach dem nördlich vom Ort liegenden Skilift wird die Passhöhe des Reschenpass auf 1507m.ü.M erreicht. Wobei der Radweg etwas oberhalb der SS40 verläuft.
Bus hierher wurde gpr das ca. erste Drittel der Etappe 55% der Akkukaoazität verbraucht. Aber ab jetzt geht's ja eh nurnoch bergab. Dachte ich...
Denn nach der Grenze, die ca. 2km nördlich der Passhöhe liegt, setzt wie gesten der nachmittägliche Gegenwind ein und so ist bei mässigem Gefälle trotzdem Treten angesagt.
Aber ab und zu lässt der Wind nach, oder das Gefälle wird stärker und so wird alsbald die Talstation des Skigebiet von Nauders erreicht.
Bis Nauders geht's weiter bergab aber danach muss nochmal eine kleine Anhöhe erklommen werden. Da die recht stark befahrene Reschenstrasse 180 zwischen Nauders und Kajetansbrücke für Fahrräder gesperrt ist braucht es den Umweg über die Norbertshöhe und an dort mit insgesamt 10 Kehren hinunter nach Martina im Engadin.
Zwischen Norbertshöhe und Martina finden Strassenbauarbeiten statt, die Strasse ist aber für Radfahrer offen und so fährt es sich sehr entspannt hinunter ins Inntal.
Somit wäre in Martina aus Italien kommend via Österreich auch noch die Schweiz erreicht.
Eine kleine Runde durchs Ort und im "Grenzshop" wird neben Rivella (für gleich) auch noch Engadiner Bier (für wesentlich später) der bebachbarten Brauerei mitgenommen.
Aber jetzt gehts doch nurnoch bergab. Äjm ha on der Theorie. Unter anderem wegen Baustellen wurd der Radweg ins Tal abgeleitet und später wieder zur weiter oben verlaufenden Strasse zurückgeführt.
Aber auch die Strasse geht ein wenig auf und sb. Den Abstecher hinunter zur Burg Finsternmünz spare ich mir, denn da war ich 2020 schon und der Gegenwind saugt auch gut am Akku.
Vor der Kajetansbrücke wird wieder Österreich bzw. Tirol erreicht.
Nicht ohne imner wieder mal "verlorene" Höhenmeter zu erstrampeln und ach ja, hatte ich den Wind schon erwähnt? ;-)
Hinter Prutz dann ein doppelter Seitenwechsel per Brücke, die Sauerquelle am linken Ufer lass ich mal links liegen.
Am Stauwehr, wo wieder die Seite gewechselt wird hat es einen interessanten Turm. Dieser ist laut Infotafel ein Fischazufzug der Fischen helfen soll das Wehr zu überwinden.
Das hier aufgestaute Wasser geht ab hier "quer durch den Berg" und wird bei Imst mit über 110m Höhenmeter unterschied im Kraftwerk durch die Turbinen gejagt und deckt alleine ca. 10% des Tiroler Stromverbrauchs.
Jetzt wird bach ein paar Kilometern der Radweg unschön. Nach dem Wechsel auf die rechte Seite verläuft dieser auf der Standspur der stark befahrenen L76, dazu noch eine Baustellenampel.
Hinter Nesselgarten hat es zwar einen separaten Radweg über mehrere hundert Meter, der ist aber so schmale ist dass sich Radfahrer eigentlich nicht begegnen können.
Alles eher suboptimal, insbesondere als Teil des überregionalen Via Claudia Augusta Radwegs.
Kurz vor Landeck geht's auf dem alten Postweg nochmal knackig bergauf und am rechten Ufer ist eines der wenigen Relikte der zwar begonnen aber nie fertiggestellten Reschenbahm in Form des südlichen Portals des Schlossbergtunnels zu sehen.
Das Nordportal war auf meiner weiteren Fahrt nicht zu erkennen, laut Openrailwaymap.org liegt dieses bei der Innbrücke unterhalb der Burg. Vermutlich stand ich aber nur über dem Portal.
Nach 96,5km ist das Hotel Schrofenstein in der Fußgängerzone erreicht.
Ungefähr in Bildmitte des unteren rechten Bild wäre die Reschenbahn am Ufer verlaufen.
Gebucht hatte ich Halbpension aber die zum Hotel gehörige Gastronomie hat heute zu, stattdessen bekomme ich das Angebot im Greif essen zu gegen und die Rechnung wird erstattet.
Auch eine gute Option.
Es wird langsam Nacht beim Bericht schreiben und das Landecker Schloss wird nach Sonnenuntergang bis ca. Mitternacht angeleuchtet.
Morgeb geht's über den Arlberg nach Feldkirch. Da dann noch ein paar Kilometer und Höhenmeter dazu kommen denke ich dass der Zusatuakku dann auch mal zum Einsatz kommen wird.
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